Hyperhidrose – Übermäßiges Schwitzen

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Jeder Mensch beginnt bei warmen Temperaturen zu schwitzen. Das ist nicht immer angenehm, aber völlig normal. Allerdings leiden ca. 1-2 % der Deutschen unter einer übermäßigen Schweißproduktion, die sich nicht nur auf die warme Jahreszeit beschränkt. Sie schwitzen ohne ersichtlichen Grund in jeder Lebenssituation. Dieser Umstand kann sehr belastend sein und unter Umständen zu psychischen Problemen führen. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten haben das Potential, den Leidensdruck der Betroffen deutlich zu mindern.

Was versteht man unter Hyperhidrosis?

Schwitzen ist ein lebensnotwendiger Regulationsmechanismus des menschlichen Körpers zur Aufrechterhaltung der normalen Körpertemperatur. Auch die Ausschüttung von Pheromonen, die eine wichtige Rolle in der Fortpflanzung spielen, steht wahrscheinlich mit der Schweißabsonderung in Zusammenhang.

Schweiß wird über die sogenannten Schweißdrüsen abgesondert und besteht fast gänzlich aus Wasser. Sonstige Bestandteile sind vor allem Elektrolyte, Lactat, Aminosäuren und Harnstoff. Durch die zahlreich auf der Haut befindlichen Bakterien wird der zunächst völlig geruchlose Schweiß, aufgrund des Abbaus von langkettigen in kurzkettige Fettsäuren, zu charakteristischem Schweißgeruch umgewandelt.

Ist der regulierende Mechanismus der Schweißproduktion derart gestört, dass Schweiß unabhängig von Temperatureinflüssen in übermäßigen Mengen produziert wird, spricht man von einer Hyperhidrosis. In den meisten Fällen sind vor allem die Handinnenflächen oder die Fußsohlen betroffen. Aber auch in den Achselhöhlen oder am Kopf, manchmal gar am ganzen Körper, kann sich die Hyperhidrosis unangenehm bemerkbar machen.
Die Störung kann angeboren (primäre Hyperhidrosis) oder erworben (sekundäre Hyperhidrosis) sein. Eine sekundäre Hyperhidrosis kann sich als Folge einer Erkrankung oder hormonell bedingt entwickeln. Die Ursachen für eine angeborene Neigung zu starkem Schwitzen sind zum Großteil unbekannt.

Medizinisch lässt sich eine Hyperhidrosis in verschiedene Schweregrade einteilen:

Hyperhidrosis an Achseln:

  • 1. Leicht: Haut ist feucht – Schweißflecke auf der Kleidung mit einem Durchmesser von 5-10 cm
  • 2. Mäßig: Schweißperlenbildung – Schweißflecke auf der Kleidung mit einem Durchmesser von 10-20 cm
  • 3. Stark: tropfender Schweiß – Schweißflecke auf der Kleidung mit einem Durchmesser von über 20 cm

 

Hyperhidrosis an Händen und Füßen:

  • 1. Leicht: Flächen der Hände oder Füße feucht
  • 2. Mäßig: Schweißperlenbildung – strenge Begrenzung auf Handinnenfläche oder Fußsohle
  • 3. Stark: tropfender Schweiß – Schweiß auch an Fingern oder Zehen und Fußrand

Wie kann eine Hyperhidrosis behandelt werden?

Da übermäßiges Schwitzen mit einem hohen Leidensdruck für die Betroffenen einhergeht, suchen die meisten sehr schnell nach einer Lösung ihres Problems. Auf dem Markt existieren einige Therapien, die dauerhafte Schweißminderung versprechen. Welche am Ende zum Einsatz kommt, ist vorab am besten mit einem erfahrenen Arzt auf diesem Gebiet abzuklären.

Nicht-invasive Methoden der Schweißreduktion

Leichtere Formen der Hyperhidrosis lassen sich mit speziellen Antihidrotika, oft auf Aluminiumbasis, behandeln. Vom Hautarzt verschriebene aluminiumhaltige Deos sind höher konzentriert als freiverkäufliche. Aluminium verstopft die Schweißdrüsenausgänge und verhindert somit den Austritt. Viele Menschen schrecken jedoch wegen der möglichen Gesundheitsgefahren von aluminiumhaltigen Deos vor deren Verwendung zurück. Bei stärkeren Formen des übermäßigen Schwitzens sind Antihidrotika oft wirkungslos.
Leitungswasseriontophorese wird bei vermehrter Schweißproduktion an Handinnenflächen und Fußsohlen eingesetzt und sorgt für eine geringere Schweißproduktion durch Gleichstrom. Nachteil dieser Methode ist, dass sie, wenn sich eine Wirkung zeigt, regelmäßig (3-4 Mal/Woche) wiederholt werden muss, damit die Schweißproduktion auf einem konstanten Level bleibt.

Schweißreduktion mit Botulinumtoxin

Eine bewährte Methode, die sich für alle Formen der Hyperhidrosis einsetzen lässt, ist die Injektion von Botulinumtoxin.

Die Injektion erfolgt fächerförmig unter die Haut. Das Nervengift gelangt direkt an die Schweißdrüsen und blockiert gezielt Synapsen. Der Vorteil dessen ist, dass die Schweißproduktion direkt an ihrem Entstehungsort verhindert wird. Sie kann nicht mehr einsetzen, da die Reizübertragung vom Nerv, die das Signal zum Schwitzen vermittelt, unterbrochen wird. Der hemmende Effekt hält ungefähr 9 Monate an. Danach haben sich bereits neue Nervenenden ausgebildet, die allerdings durch eine abermalige Botox-Injektion erneut gehemmt werden können.

Gut geeignet ist die Injektion von Botox zur Schweißminderung vor allem im Gesicht, bei dem die nicht-invasiven Methoden nicht zum Einsatz kommen können. Wichtig ist bei der Behandlung, dass mit dem Botox nicht versehentlich Muskelgruppen und damit ganze Gesichtsbereiche gelähmt werden. Wird die Behandlung von einem erfahrenen Arzt vorgenommen, kann dieses Risiko jedoch auf ein Minimum reduziert werden.

Operative Schweißdrüsenentfernung

Menschen, die unter einer starken Ausprägung der Hyperhidrosis leiden, kann mit konventionellen Methoden oft nicht oder nur kurzfristig geholfen werden.

Lokale Schweißdrüsenexzision

Bei dieser Form der Behandlung erfolgt die Entfernung der Schweißdrüsen mitsamt der umgebenden Haut. Die entstehende Wunde ist sehr groß und deshalb besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Wundheilungsstörungen. Des Weiteren entstehen großflächige Narben, die mitunter sehr auffällig sein können. Diese Methode ist mittlerweile veraltet und kommt nicht mehr häufig zur Anwendung.

Subkutane Schweißdrüsenkürettage

Durch kleine Hautschnitte und die anschließende Untertunnelung der Haut, können bei dieser Methode die zu den Schweißdrüsen führendes Nervenendigungen ausgeschabt werden. Der Schwitzreiz erreicht die Schweißdrüsen anschließend nicht mehr. Vorteil dieses Eingriffs ist, dass lediglich eine örtliche Betäubung des zu operierenden Bereichs notwendig ist. Leider kommt es häufiger zu Rückfällen, die einer erneuten Behandlung bedürfen. Zudem lässt sich die Schweißproduktion nicht gänzlich verhindern, da nicht alle Schweißdrüsen entfernt werden.

Subkutane Schweißdrüsen-Saugkürettage

Das Prinzip der Schweißdrüsenabsaugung funktioniert ähnlich wie die Fettabsaugung mittels Tumeszenztechnik. Durch minimale Einschnitte in die Haut erfolgt die Absaugung der Nerven, die in den Schweißdrüsen münden sowie die partielle Ausschabung der Drüsen. Dieser in örtlicher Betäubung durchführbare Eingriff ist effektiver als die normale Schweißdrüsenkürettage und mit einem geringeren Rezidiv-Risiko behaftet. Aber auch hier werden nicht alle Schweißdrüsen entfernt. Diejenigen die übrig bleiben, produzieren nach einigen Wochen wieder Schweiß. Normalerweise sollte diese Menge jedoch tolerierbar sein.

Eine etwas abgewandelte Form der subkutanen Schweißdrüsen-Saugkürettage ist die Wasserstrahl-assistierte Schweißdrüsenabsaugung, die ähnlich der Bodyjet-Methode der Fettabsaugung funktioniert. Auch dieser Eingriff kann unter örtlicher Betäubung stattfinden. Die Ausschabung der Schweißdrüsen und die Unterbrechung der Nervenübertragung erfolgt auf sehr schonende Art mittels Ablösung durch Wasser und der anschließend folgenden Absaugung. Ca. 70-80 % der Schweißdrüsensekretion können nach einer Anwendung unterbunden werden. Sollte die verbleibende Produktion weiterhin zu Problemen führen, kann ein zweiter Eingriff notwendig werden.

Endoskopische transthorakale Sympathektomie

Die operative Durchtrennung des Sympathikusnervs, der die Schweißproduktion auslöst, sollte das letzte Mittel sein, wenn alle anderen Methoden der Schweißreduktion keinen Erfolg gebracht haben. Sie kann die Schweißproduktion vollständig lahmlegen, ist aber auch mit hohem Risikopotential behaftet. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und ist mit einem anschließendem ca. 5-tägigem Krankenhausaufenthalt verbunden. Die Endoskopie erfolgt durch Einschnitte in den Achselhöhlen, um einen Zugang zu den Ganglien im Brustkorbbereich zu bekommen, die dann durchtrennt werden. Alternativ kann der Zugang über den seitlichen Lendenbereich erfolgen. Die OP gestaltet sich sehr kompliziert und beinhaltet das Risiko der Schädigung von Organen durch den Eingriff und etwaige Komplikationen, die sich bei chirurgischen Eingriffen einstellen können (etwa Wundheilungsstörungen etc.). Die Durchtrennung des Sympathikusnervs ist ein massiver Eingriff in das vegetative Nervensystem des Menschen und kann zu vielfältigen anderen Störungen führen. Die OP sollte deshalb nur von einem erfahrenen Chirurgen unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden. Von enormer Bedeutung ist dabei das Beratungsgespräch, bei dem die Risiken der Operation ausgiebig gegen den Nutzen abgewogen werden sollten.

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Für wen eignet sich eine operative Schweißdrüsen-Entfernung?

Die operative Entfernung der Schweißdrüsen richtet sich vor allem an Menschen mit primärer Hyperhidrosis. Sekundär Auftretende übermäßige Schweißproduktion kann vielfältige Ursachen haben, die zunächst erkannt und behandelt werden müssen. In den meisten Fällen reguliert sich anschließend die Schweißdrüsensekretion von allein auf ein Normalmaß.

Patienten, die sich zu einer operativen Schweißdrüsenentfernung entschließen, sollten bedenken, dass eine vollständig zum Erliegen kommende Schweißproduktion nicht erreicht werden kann. Wird die verbleibende Schweißsekretion weiterhin als Problem wahrgenommen, kann ein Folgeeingriff die Resultate verbessern.

Nicht immer wirken alle Methoden bei jedem Patienten gleich gut bzw. dauerhaft. Nach einer Schweißdrüsenabsaugung kommt es bei 18-20 % der Patienten zu Rückfällen. Einige Fälle bedingen dann die radikalere Methode der Sympathikus-Durchtrennung, die aber nur als letzte Option in Erwägung gezogen werden sollte.

Wie finde ich die passende Klinik für mich?

Operationen an den Schweißdrüsen gehören in die Hände eines auf diesem Gebiet erfahrenen Chirurgen. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Risiko für Komplikationen auf ein Mindestmaß beschränkt bleibt.

Aber auch minimal-invasive Eingriffe in den Körper wie bei der Botox-Therapie können, unprofessionell ausgeführt, zu erheblichen Problemen führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vorab gründlich zu informieren, welche Klinik und welcher Arzt für den Eingriff in Frage kommen.

Checkliste für die Klinikwahl

  • Ist die Klinik gut zu erreichen?
  • Ist das medizinische Equipment auf dem neusten Stand?
  • Besitzen die Ärzte genug Erfahrung?
  • Vertrauen Sie dem Arzt?
  • Werden die Hygiene- und Sauberkeitsstandards eingehalten?
  • Gibt es Erfahrungsberichte und Bewertungen?

 

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Mit welchen Kosten muss ich bei einer Hyperhidrosis-Behandlung rechnen?

Im Einzelfall ist zunächst einmal zu überprüfen, ob die Krankenkasse die Kosten der Behandlung übernimmt. In den meisten Fällen bewilligen diese die Iontophorese. Botox-Therapien werden nicht übernommen, und ob operative Eingriffe nach Versagen der Leitungswasser-Iontophorese bezahlt werden, ist ungewiss.

Die Botox-Anwendung zur Lahmlegung der Reizübertragung zur Schweißdrüse kostet ungefähr 500 Euro pro Behandlung und muss nach ca. 9 Monaten aufgefrischt werden.
Je nachdem wie groß der zu behandelnde Bereich ist und welche Methode gewählt wird, kann bei der Schweißdrüsen-Entfernung mit Kosten in Höhe von 1.000-2.000 Euro gerechnet werden.
Die aufwendigste der Operationen, die Sympathikus-Durchtrennung, ist auch die teuerste. Für den Eingriff können bis zu 3.000 Euro veranschlagt werden, wobei der Krankenhausaufenthalt dabei noch nicht inbegriffen ist.