Pubertätsgynäkomastie

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Die Pubertät ist für Heranwachsende eine aufregende, aber zugleich auch sehr unsichere Zeit. Abweichungen von der Norm führen bei Gleichaltrigen schnell zu Häme und Spott, dem in diesem Alter oftmals nicht viel entgegengesetzt werden kann. Entwickelt sich bei Jungen ein Brustansatz, der als Pubertätsgynäkomastie bezeichnet wird, stellt dies einen solchen, von der Norm abweichenden Angriffspunkt dar, der zu einer starken psychischen Belastung werden kann.

Was ist eine Pubertätsgynäkomastie?

Die Pubertätsgynäkomastie tritt bei Jungen etwa ab dem 14. Lebensjahr in Erscheinung. Die unterschiedlich starken Ausprägungen reichen von leichten Beulen unter der Brustwarze, die nicht selten druckempfindlich sind, bis hin zu Schwellungen der Brustdrüse, die äußerlich der wachsenden weiblichen Brust entsprechen.

Grund ist in den meisten Fällen ein Ungleichgewicht zwischen den männlichen und weiblichen Sexualhormonen. Vor allem die Brustdrüse reagiert auf einen Östrogenüberschuss sehr empfindlich. Hormonelle Schwankungen sind in der Pubertät allerdings völlig normal. Deshalb ist das Erscheinungsbild eines Brustansatzes bei Jungen in diesem Alter meist physiologisch. Übergewicht stellt jedoch einen begünstigenden Faktor bei der Entwicklung einer Pubertätsgynäkomastie dar, der die Unterscheidung zwischen Gynäkomastie und Lipomastie (Brustvergrößerung durch Ansammlung von Fettgewebe) schwierig machen kann. Häufig liegt bei Jugendlichen ohnehin eine Vermischung der beiden Typen vor. Diagnostiziert wird dann oft eine Lipo-Gynäkomastie.

Ähnlich sollte es auch in der Pubertät ablaufen. Nach Abschluss dieser Zeit normalisiert sich der männliche Hormonhaushalt meistens dahingehend, dass weniger Östrogen und mehr Testosteron gebildet wird. Ein Brustansatz verschwindet aufgrund dessen meist automatisch. In seltenen Fällen bleibt die Brust jedoch weiterhin bestehen, sodass von einer echten Gynäkomastie gesprochen werden kann.

Eine Verweiblichung der männlichen Brust kann vor allem in der Zeit der Pubertät, in der die Kinder sehr abhängig von der Meinung ihrer Altersgenossen sind, zu erheblichen psychischen Problemen führen. Oftmals trauen sich die betroffenen Jugendlichen nicht, sich frei zu bewegen oder haben das Gefühl, sich verstecken zu müssen. Um die normale seelische Entwicklung zu gewährleisten, sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden, wenn das eigene Kind Hänseleien in seinem Umfeld ausgesetzt ist.

Wie kann eine Pubertätsgynäkomastie behandelt werden?

Pubertätsgynäkomastien benötigen in der Regel keine Behandlung, da sie keine Krankheit, sondern eine Reaktion auf ein Hormonungleichgewicht darstellen. Meist verschwinden sie nach einigen Jahren von selbst.

Um festzustellen, ob es sich um eine Pubertätsgynäkomastie handelt, erfolgen körperliche Untersuchungen durch einen Arzt. Unter Umständen sind auch Ultraschall- und Laboruntersuchungen sinnvoll, um pathologische Veränderungen auszuschließen.

Durch die zeitliche Begrenzung der Erscheinung ist eine Behandlung der Pubertätsgynäkomastie nur dann notwendig, wenn eine starke seelische Beeinträchtigung des Kindes vorliegt oder zu erwarten ist. Auch eine psychologische Betreuung kann sich als hilfreich erweisen.

Medikamentöse Therapie

Um den Hormonhaushalt zu stabilisieren, können bestimmte Medikamente zur Anwendung gelangen. Sinnvoll ist diese nur in der Anfangsphase, also dem gerade beginnenden Wachstum der Brust. Später begonnene Hormontherapien haben sich als wirkungslos erwiesen und können schlimmstenfalls schädigen.

Treten starke Schmerzen in der Brust auf, kann mitunter das Auftragen spezieller Salben eine schnelle Linderung bewirken.

Chirurgische Behandlung

Durch die Entfernung der Brustdrüse kann, genauso wie in der operativen Behandlungen der echten Gynäkomastie, eine Normalisierung des Erscheinungsbildes erreicht werden. Ein solcher Eingriff wird häufig bei fehlender Rückbildung der Brust nach der Pubertät vorgenommen. Er kann aber früher durchgeführt werden, wenn andernfalls die normale psychische Entwicklung nicht gewährleistet werden kann.

In einer Operation wird meist über einen Schnitt an der Brustwarze der Brustdrüsenkörper entfernt und ggf. überschüssiges Fettgewebe mittels einer Kanüle abgesaugt.

Für wen eignet sich die Behandlung der Pubertätsgynäkomastie?

Bevor die Möglichkeit einer medikamentösen oder operativen Therapie in Betracht gezogen wird, gilt es, die Diagnose Pubertätsgynäkomastie durch einen Arzt bestätigen zu lassen. In manchen Fällen besteht lediglich Übergewicht, welches durch eine entsprechende Ernährung beseitigt werden kann. Auch kann eine Verweiblichung der Brust auf eine Vielzahl anderer Krankheiten hindeuten. Der sichere Ausschluss dieser ist notwendig, um eine adäquate Therapie zu garantieren. Beispielsweise wird bei dem sogenannten Klinefelter-Syndrom zu wenig männliches Sexualhormon produziert oder bei Hypophysentumoren das in der Schwangerschaft gebildete Hormon Prolaktin ausgeschüttet, dass zu einem Brustdrüsenwachstum und Milcheinschuss führt. Diese Störungen bedürfen einer anderen Therapieform und sind nicht physiologisch.

Welche Risiken ergeben sich aus der Behandlung einer Pubertätsgynäkomastie

Die Gabe von Medikamenten oder ein chirurgischer Eingriff sollte gut überlegt sein. Risiken und Nebenwirkungen bestehen bei Eingriff in das natürliche körperliche Gleichgewicht immer.
Medikamentöse Behandlungen werden sehr selten durchgeführt, da die Prognose bislang nicht sehr gut ausfällt. Die Studienlage ist bisweilen auch eher dürftig, sodass weder zur Wirksamkeit noch zu Langzeiteffekten ausreichend Daten zur Verfügung stehen.

Die Entfernung des Drüsengewebes muss in einem chirurgischen Eingriff erfolgen, der immer mit gewissen Risiken für das Auftreten von Komplikationen einhergeht. Meistens erfolgt der Eingriff in Vollnarkose und je nach Immunsystem-Zustand sind postoperative Infektionen oder Wundheilungsstörungen niemals ganz auszuschließen.

Bevor die Entscheidung leichtfertig getroffen wird, sollte also eine ärztliche Beratung erfolgen. Psychologische Sitzungen können dem Kind außerdem einen differenzierten Umgang mit der Erscheinung lehren, um der OP möglicherweise sogar vollkommen zu entgehen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Pubertätsgynäkomastie-Behandlung?

In der Regel handelt es sich bei der Pubertätsgynäkomastie um eine normale pubertäre Erscheinung, die keinerlei Behandlung bedarf. Die Krankenkasse wird die Kosten demzufolge eher nicht tragen. Bei nachgewiesenen psychischen Beeinträchtigungen oder körperlichen Beschwerden kann eine Kostenübernahme dennoch erfolgen. Dies liegt im Ermessen der jeweiligen Krankenkasse und muss dort erfragt werden.