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Expertenspecial: So überwinden Sie die Angst vor dem Augenlaser (Teil 2)

Expertenartikel Aaugenlaser Teil 2

In unserem ersten Teil des Expertenspecials zum Thema Angst vor dem Augenlaser überwinden, haben Sie von unseren Experten für Angst- und Psychotherapie bereits erfahren, welche Methoden Sie anwenden können, um die Angst vor und während der Augenlaser Operation zu überwinden. In im zweiten Teil des Specials erklären unsere Experten, die Ursachen unserer Ängste und warum gerade die Augenlaser OP für viele Menschen eine besondere Herausforderung darstellt, obwohl der Wunsch nach einem vollen Sehvermögen häufig groß ist.

Ursachen für unsere Angst

Warum macht gerade die Augenlaser-Operation so viel Angst?


“Die Augen sind unser „Tor zur Welt“, sie sind für uns das wichtigste Organ, mit dem wir unsere Umwelt wahrnehmen. Deshalb haben sie eine große Bedeutung in unserem Leben. Plötzlich zu erblinden ist eine unserer schlimmsten Angstphantasien. Die Augen gehören auch zu den empfindsamsten Organen unseres Körpers. Ein kleines Staubkorn im Auge lässt uns nicht ruhen, bis es entfernt ist. Sich selber Augentropfen einzuflößen, ist für viele sehr schwierig. Die Wimpern und der Lidschlussreflex schützen uns in der Regel blitzschnell und völlig automatisch vor Verletzungen des Augapfels. Dieser Reflex wird bei Augenoperationen ausgeschaltet. Das macht uns schutzlos – zumindest empfinden wir das so. Hinzu kommt die Angst, dass wir alles mit „offenen Augen“ mitansehen müssten. Diese Vorstellung ist falsch.”

– Dr. Burkhard Peter, psychologischer Psychotherapeut

“Angst ist ein Urinstinkt, der vor allem eine Schutzfunktion darstellt – also nichts Negatives, sondern etwas ganz Natürliches. Auslöser für die Angst im konkreten Fall ist Unsicherheit, Ungewissheit und das Wissen um die Risiken jeder Operation. Dabei nehmen Eingriffe am Kopf sicherlich eine Sonderstellung ein. Im Kopf befindet sich die „Schaltzentrale“ des Menschen. Nicht ohne Grund ist das Gehirn von einer festen Schädeldecke umgeben. Ein massiver Schutzschild mit einigen Öffnungen gleicht einer Festung. Instinktiv lassen wir uns nur ungern an den Öffnungen des Kopfes von fremden Menschen (Zahnarzt/Augenarzt) manipulieren. Bei Gefahr legen wir sogar intuitiv noch zusätzlich unsere Arme oder Hände über diesen so wertvollen Körperteil. All dies unterscheidet eine Augen-OP von einem Eingriff an einer Extremität zum Beispiel. Hat der Patient der Operation zugestimmt, liefert er sich fremden Menschen bedingungslos aus. Er wird ruhiggestellt, kann sich nicht mehr aktiv schützen. Um das nötige Vertrauen aufzubauen, ist es daher wichtig, alle Fragen und möglichen Ängste in den Vorgesprächen ausführlich mit dem Arzt zu klären.”

– Barbara Kinzinger, Heilpraktikerin und Krankenschwester

Ist Ihre Angst berechtigt? Das sagen Augenärzte

Welches ist die häufigste Angst bei Augenlaser-Patienten und was ist Ihr Rat dazu?

“Die häufigste Besorgnis von Menschen, die uns mit der Frage nach der operativen Korrektur ihrer Fehlsichtigkeit aufsuchen, ist, ob der Eingriff keine funktionelle Verschlechterung gegenüber der bisher getragenen optischen Sehhilfe (Kontaktlinse oder Brille) verursacht. Denn natürlich sind sich alle der Tatsache bewusst, dass sie mit ihrer optischen Sehhilfe ein exzellentes, optimales Sehvermögen besitzen. Dieses möchte man natürlich nicht aufgeben oder beeinträchtigen, um des Komforts willen, die Sehhilfe nicht mehr zu benötigen.

Zu diesem Bedenken geben wir den Betroffenen mit, dass das Risiko einer solchen Verschlechterung des Sehvermögens durch den operativen Eingriff sehr gering ist, aber natürlich niemals ganz auszuschließen ist. Dieses geringe, aber letztlich immer bestehende Risiko muss man deshalb abwägen gegen das Ausmaß der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung durch die Notwendigkeit der optischen Sehhilfe. Deshalb ist es schlussendlich immer eine sehr individuelle, persönliche Entscheidung in der Abwägung von Risiko und Ausmaß empfundener Beeinträchtigung.”

– Prof. Dr. med. Thomas Neuhann, Professor für Augenheilkunde

Kann ich von einer Augenlaser-Operation erblinden?

„Diese Frage beschäftigt letztendlich nahezu jeden, der sich für die Durchführung des Eingriffs interessiert. Sie wird auch von Angehörigen und Freunden aus dem Lebensbereich der Laserpatienten häufig gestellt. Sie bringt somit auch deren Ängste deutlich zum Ausdruck. Zur Beruhigung kann man folgendes sagen: Es handelt sich bei den refraktiven Lasereingriffen (die Brechkraft des Auges betreffend) um sichere Verfahren, die strenge Zulassungshürden genommen haben.

Augenlaser-Operationen haben sich in den letzten 20 Jahren weltweit im zweistelligen Millionenbereich erfolgreich bewährt. Es besteht eine außerordentlich hohe Zufriedenheit, die die Patienten auch viele Jahre nach erfolgtem Eingriff immer wieder zum Ausdruck bringen. Bei sorgfältiger Voruntersuchung und Durchführung des Eingriffs nach den Vorgaben der Fachgesellschaften sind mir bis heute keine Erblindungen in diesem Zusammenhang bekannt.“

– Dr. med. Oliver Leick, Facharzt für Augenheilkunde

Stimmt es, dass die Behandlung des zweiten Auges mehr schmerzt? Wenn ja/nein warum?

“Objektiv kann man diese Frage eigentlich nicht wirklich beantworten: es ist aber eine ganz allgemeine Erfahrung, dass fast alle Menschen die Operation am zweiten Auge anders empfinden als diejenige am ersten Auge. Dabei wird der Eingriff am zweiten Auge etwas häufiger als unangenehmer empfunden, aber durchaus auch umgekehrt. Dies ist inzwischen sogar Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen geworden.

Tatsächlich hängt es ganz offensichtlich mit den unterschiedlichen Erwartungen und Erfahrungen und deren subjektiver Bewertung zusammen. Objektiv sind beide operativen Eingriffe zumindest in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle weitestgehend identisch. Man kann es vielleicht so erläutern (ohne dass dies jeweils auf den Einzelfall wirklich zutreffen muss): Vor der ersten Operation haben die meisten Menschen vor einem solchen Eingriff am Auge „höchsten Respekt“ – die Erwartungshaltung ist „kaum aushaltbar“ oder dergleichen. Wenn der Eingriff dann tatsächlich weit unterhalb der ursprünglichen Ängste stattfindet, entsteht, gewissermaßen aus Kontrast, der Eindruck „das ist ja gar nichts“. Wenn dann am zweiten Auge realisiert wird, es sei durchaus „etwas“, wird dies, wiederum im Kontrast zur Erwartungshaltung, als mehr empfunden, als am ersten Auge. So sind wir Menschen konstruiert: Wir bewerten die Dinge – und können es auch eigentlich gar nicht anders – immer relativ, nicht absolut.”

– Prof. Dr. med. Thomas Neuhann, Professor für Augenheilkunde

Habe ich Schmerzen vor oder nach der Operation?

„Vor der OP hat man keine Schmerzen. Man wird üblicherweise durch ein erklärendes Gespräch auf den Eingriff vorbereitet. Bei Bedarf kann man auch präoperativ ein leichtes Beruhigungsmittel, beispielsweise auf pflanzlicher Basis, nehmen. Auch die Einnahme von Globuli stellt eine Option dar. Dann erhält man mehrfach lokal betäubend wirkende Augentropfen. Diese werden während des Eingriffs nachgetropft und gewährleisten, dass das zu behandelnde Auge die ganze OP über schmerzfrei ist.

Nach der OP sind die Augen üblicherweise für einige wenige Stunden empfindlich und gereizt. Teilweise kann sich dies auch durch ein Fremdkörpergefühl oder eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit bemerkbar machen. Bis auf wenige Ausnahmen sind diese Beschwerden am darauffolgenden Tag bereits verschwunden und nahezu vergessen. Es erfolgt dann lediglich die Nachbehandlung mit Augentropfen, die vor allem der Benetzung und Pflege der Augen dient.“

– Dr. med Jutta Leick, Fachärztin Augenheilkunde

Unsere Experten

Im Bereich Psychotherapie und Angstbewältigung

Dr. Burkhard Peter

Dr. Burkhard Peter

Dr. Burkhard Peter ist psychologischer Psychotherapeut, Ausbilder für klinische Hypnose und Hypnotherapie sowie Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Schwerpunkte: Ängste, Depressionen, Burnout, Traumafolgestörungen, Schmerzen
Website: www.burkhard-peter.de

Barbara Kinzinger

Barbara Kinzinger

Barbara Kinzinger ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Reiki-Meisterin und Krankenschwester aus Stade, Niedersachsen.
Schwerpunkte: Angstbewältigung, Entspannungstherapie, Klangschalenmassage
Website: www.angsttherapie-stade.de

Im Bereich Augenheilkunde

Prof. Dr. med. Thomas Neuhann

Prof. Dr. med. Thomas Neuhann

Prof. Dr. med. Thomas Neuhann ist Augenarzt und Professor für Augenheilkunde aus München.
Schwerpunkte: Refraktive Chirurgie, Chirurgie des vorderen Augenabschnitts
Website: www.neuhann.de

Dr. med. Oliver Leick und Dr. med Jutta Leick

Dr. med. Oliver Leick und Dr. med Jutta Leick

Dr. med. Oliver Leick und Dr. med Jutta Leick sind Fachärzte für Augenheilkunde aus Traunstein, Oberbayern. Schwerpunkte: Beratung und Betreuung bei refraktiven Lasereingriffen und Glaukom-Früherkennung
Website: www.augenaerzte-leick.de