Das Entropium - schmerzhafte Fehlbildung des Unterlids

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Das empfindlichste Sinnesorgan des Menschen ist das Auge. Geschützt wird es nur durch das Augenlid und Wimpern, die es sowohl vor dem Austrocknen bewahren als auch vor dem Eindringen von Fremdkörpern schützen. Der durchschnittliche Mensch blinzelt ungefähr alle 4 – 6 Sekunden, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Ein nach innen gewendetes Augenlid kann diesen Lidschlussreflex unerträglich machen, da die Schutzwirkung der Wimpern sich in das Gegenteil verkehrt und dem Auge erheblichen Schaden zufügen kann. Die operativen Behandlungen sind jedoch in den meisten Fällen erfolgversprechend, wenn das sogenannte Entropium frühzeitig erkannt und therapiert wird.

Was versteht man unter einem Entropium?

Als Entropium wird eine Fehlstellung des Augenlides bezeichnet. Das im Volksmund als Rolllid bezeichnete Entropium beschränkt sich in den meisten Fällen auf das Unterlid. Es kann angeboren oder erworben sein, wobei die Prognose einer spontanen Rückbildung bei der genetischen Form günstiger ist. Ein erworbenes Entropium muss in den meisten Fällen im Laufe des Lebens operativ behandelt werden.

Ein Entropium führt zu einer sogenannten Trichiasis. Durch das Einrollen des Lidrandes befinden sich die Wimpern in einer unnatürlichen Position im Auge. Durch den physiologisch notwendigen Lidschlussreflex, der der Befeuchtung und Infektionsabwehr des Auges dient, scheuern die Wimpern wiederholt auf der Horn- und Bindehaut. Dies führt unwillkürlich zu einer Reizung dieser empfindlichen Strukturen, die nicht selten eine Bindehautentzündung hervorruft. Das Auge ist gerötet und aufgrund der vielen Nervenendigungen auf der Hornhaut mit starken Schmerzen verbunden.
Bilden sich im Krankheitsverlauf Entzündungen und daraus resultierend Narben, ist häufig eine verringerte Sehkraft zu beobachten. Äußerlich kann dieses Stadium mit einer Linseneintrübung einhergehen. Tränende Augen stellen eine oft beobachtete Begleiterscheinung dar, weil der Abfluss des Tränenkanälchens durch das Entropium zur Nase hin blockiert wird. Im Ergebnis fließt die überschüssige Tränenflüssigkeit nicht mehr in die Nasenhöhle, sondern ins Auge ab. Dauerhaft tränende Augen sind die Folge.

Formen des Entropiums

Die Lidfehlstellung kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Welche Behandlung für welche Art von Entropium geeignet ist, hängt von diesen Ursachen ab.

Entropium senile
In den meisten Fällen ist die Ursache eines Entropiums das steigende Lebensalter des Betroffenen. Der Abbau der Muskulatur, die den ganzen Körper betrifft, führt zu schlaffer Haut, auch an den Augenlidern. Fasern des Augenringmuskels (Musculus orbicularis oculi) sowie Lidbändchen und andere Muskeln halten die Lider in jungen Jahren straff in Position. Mit der Zeit geraten die Muskelfasern aber immer mehr in ein Ungleichgewicht, was mit ungefähr 70 Jahren in einer Einwärtsdrehung des Lidrandes mündet.

Entropium spasticum
Dieser Art des Entropiums liegt ein Blepharospasmus zugrunde. Das Lid ist also nicht dauerhaft einwärts gedreht, die Muskelfasern dementsprechend intakt. Das Erscheinungsbild des Entropiums tritt hier vielmehr durch ein Verkrampfen des Augenringmuskels auf. Tritt diese Form des Entropiums nicht spontan in Erscheinung, kann sie als Folge einer vorhergehenden Augen-OP oder -infektion entstehen. In manchen Fällen sind auch neurologische Dysfunktionen Auslöser der Spasmen.

Entropium cicatriceum
Diese Lidfehlstellung entwickelt sich aufgrund einer Vernarbung an der Innenseite des Lides. Dies geschieht häufig beim Krankheitsbild des Trachoms, kann allerdings genauso durch Verletzungen, die mit einer Narbenentwicklung im Bindegewebe des Augenlides einhergehen, zusammenhängen. Narben führen zu einer Zusammenziehung der Haut und in der Folge zu einer Eindrehung des Lides.

Entropium congenitum
Diese Form des Entropiums bezeichnet die genetische, also angeborene Variante des Entropiums. Oft tritt die Erscheinung lediglich im Säuglingsstadium auf und führt in dieser Zeit nicht zu Beschwerden, da die feine und weiche Wimpernstruktur zu keinerlei Reibung auf Binde- und Hornhaut führt. Bildet sich das Entropium im Laufe des Wachstums nicht selbstständig zurück oder stellen sich Beschwerden ein, kann eine operative Korrektur sinnvoll sein.

Wie wird ein Entropium behandelt?

Ein Entropium wird meist durch den Augenarzt diagnostiziert. Dieser kann in der Regel bereits durch die einfache Sichtkontrolle feststellen, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Entropium handelt. Durch zusätzliche mikroskopische Untersuchungen und ggf. Abstriche, die am Auge genommen werden, lässt sich eindeutig bestimmen, um welche Art Entropium es sich handelt bzw. welche Begleiterscheinungen bereits aufgetreten sind. Mit Hilfe dieser Analyse kann eine geeignete Therapieform gewählt werden.

Die Behandlung des Entropiums richtet sich einerseits nach dessen Ausprägungsstärke und andererseits nach der Art. Ein Entropium muss möglichst schnell behandelt werden, da sich nur so Langzeitschäden, die aufgrund der Reibung der Wimpern auf dem Auge entstehen, vermeiden lassen.

Sehr leichte Formen des Entropiums können schon durch die Induktion einer leichten Spannung am Unterlid gemildert werden. Dabei wird ein kleines Pflaster am unteren Lidrand angebracht und damit das Lid ein wenig nach unten gezogen.

Die mit einem Blepharospasmus verbundene Form des Entropium spasticum kann mit einem minimalinvasiven Eingriff, der Botulinumtoxin-Injektion, behandelt werden. Das Nervengift Botox führt zu einer Muskellähmung, hebt also den Krampf in der Muskulatur des Lides auf und führt in den allermeisten Fällen zu einer Beschwerdefreiheit, die im Schnitt drei Monate erhalten bleibt. Nach Ablauf dieser Zeit sollte der Eingriff wiederholt werden.

Als Überbrückung bis zu einem operativen Eingriff können dem Patienten Kontaktlinsen eingesetzt werden, die verhindern, dass die Wimpern das Auge reizen. Diese Maßnahme kann die Symptome der Krankheit ein wenig lindern.

Besteht eine dauerhafte Eindrehung des Lides, ist die effektivste Art der Behandlung die Korrektur der Stellung des Augenlides. Dies kann mittels unterschiedlicher Techniken erfolgen.
Häufig werden Fäden eingesetzt, die zum Zusammenziehen kleiner Lidmuskeln im vorderen Teil des Augenlides dienen. Das Unterlid dreht sich auf diese Art wieder nach außen und lässt sich in dieser Position fixieren.

Starke Augenliderschlaffungen bedürfen zusätzlich der Entnahme von Gewebe und erschlaffter Muskulatur in Form einer Augenlidstraffung. Manchmal werden dabei auch die Bändchen (die Aufhängung des Unterlides) am äußeren Lidwinkel mit der Knochenhaut vernäht. Dieser zusätzliche Eingriff im Rahmen einer Unterlidstraffung wird als Kanthopexie bezeichnet.

Die operative Korrektur benötigt in der Regel keine Vollnarkose, sondern wird in einem ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach dem Eingriff wird ein Verband angelegt, der nach ca. einem Tag wieder entfernt werden kann. Anschließend beginnt die Nachbehandlung, meist mit einer augenärztlichen Salbe. Etwa 10 Tage nach der Korrektur werden die Fäden gezogen, sollten keine selbstauflösenden Fäden genutzt worden sein.

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Patient für die Behandlung eines Entropiums geeignet ist?

Um zu entscheiden, ob die Behandlung eines Patienten erforderlich ist, müssen seine Symptome vom Arzt richtig interpretiert werden. Das Entropium ist für einen erfahrenen Arzt bereits durch Sichtkontrolle feststellbar. Da ein Entropium aber häufig mit Bindehautentzündungen oder anderen Infektionen einhergeht und die Art des Entropiums für die Entscheidung, welche Therapieform geeignet ist, entscheidend ist, muss der Patient dahingehend eingeschätzt werden.

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Welche Risiken bestehen bei der Behandlung des Entropiums?

Grundsätzlich ist das Entropium umso leichter zu behandeln, desto schneller es erkannt wird. Im Regelfall verschlimmert sich der Ausprägungsgrad mit der Zeit, was sowohl eine OP erschwert, als auch das Risiko erhöht nach dem Eingriff ein Rezidiv zu erleiden. Kommt es zu einem Rückfall, muss in einem weiteren Eingriff nachkorrigiert werden.

Zu einem erneuten Eingriff führt auch das sogenannte postoperative Ektropium. Aufgrund einer Überkorrektur bei der Behandlung des Entropiums dreht sich das Augenlid bei dieser Erscheinung nach außen.

Die empfindliche Augenhaut neigt nach einer OP stark zur Entwicklung von Schwellungen und Nachblutungen. Auch im Hinblick auf Infektionen sollte deshalb das Auge nach dem Eingriff so gut wie möglich geschont und nicht mit den Fingern berührt werden. Wundheilungsstörungen und daraus resultierende auffällige Narbenbildung kann ebenfalls nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Jegliches Komplikationsrisiko lässt sich durch Einhaltung aller hygienischer Standards sowie einen erfahrenen und professionellen arbeitenden Chirurgen auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Wie wähle ich die passende Klinik aus?

Ein Eingriff, der derart nah am menschlichen Auge vorgenommen wird, gehört selbstverständlich nur in die Hände eines erfahrenen Spezialisten. Die medizinische Ausstattung von Klinik oder Praxis sollte sich auf dem neuesten Stand befinden, genauso wie das Fachwissen des Chirurgen. Doch auch das Einfühlungsvermögen oder die schlichte Sympathie zwischen Arzt und Patient sind von entscheidender Bedeutung für ein gelungenes Operationsergebnis.

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Mit welchen Kosten muss ich bei der Behandlung des Entropiums rechnen?

Das Entropium gehört zu den Lidfehlstellungen. Unbehandelt kann es zu starken Beschwerden und sogar Sichtbehinderungen führen. Die Betroffenen können zwar auch unter den ästhetischen Veränderungen leiden, doch liegt hier eindeutig eine medizinische Indikation zugrunde, weshalb die Kosten der Behandlung von der Krankenkasse übernommen werden.