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Sport nach Schönheitsoperationen: Wann ist der richtige Zeitpunkt um wieder durchzustarten?

Sport ist für die Gesunderhaltung des Körpers essentiell. Das wissen Menschen, die sich zu einem plastisch-ästhetischen Eingriff entscheiden ganz genau. Ihnen ist ein ansprechender Körper sehr wichtig. Gerade wenn regelmäßige Bewegung einen wichtigen Teilbereich ihres Lebens darstellt, kann das Sportverbot, mit dem eine Schönheitsoperation einhergeht, hart für sie sein und zu Leistungseinbußen führen. Für diese Menschen stellt sich also zurecht die Frage, wie schnell und in welchem Umfang das persönliche Workout wieder aufgenommen werden kann.

Sport nach Schönheitsoperation

Sich und seinen Körper nach einer Operation zu schonen, ist für einen günstigen Heilungsverlauf sehr bedeutsam. Werden anstrengende körperliche Tätigkeiten zu schnell wieder in den Alltag integriert, können Komplikationen auftreten, die das Behandlungsergebnis negativ beeinflussen. Schlimmstenfalls werden Nach-Operationen notwendig oder die Gesundheit gefährdet.

Auszeiten abhängig vom Ausmaß der Operation

Schonfristen nach plastisch-ästhetischen Eingriffen sind notwendig und sinnvoll. Wie lange eine solche Phase andauern muss, ist verknüpft mit der Schwere der Operation. Großflächige Wunden führen immer zu längeren Ausfallzeiten als nicht-invasive bzw. minimal-invasive Eingriffe, bei denen lediglich kleine oder gar keine Wunden entstehen.
Vor allem in Verbindung mit einer Vollnarkose bedeutet eine OP enormen Stress für den Körper und geht mit einer entsprechenden Belastung des Herz-Kreislaufsystems einher. In diesem Fall ist die absolute Schonung in den ersten postoperativen Tagen unumgänglich und jegliche, auch leichte, körperliche Betätigung, untersagt. Erst wenn der Abbau der Narkose-Medikamente erfolgt ist, können kleinere Alltagsaktivitäten aufgenommen werden, ohne den Kreislauf zu überfordern.

An eine normale sportliche Aktivität, wie vor dem Eingriff, ist nach so kurzer Zeit aber meist nicht zu denken. Blutdrucksteigerungen können die Eröffnung der Wunde bewirken und Nachblutungen verursachen. Frische Verletzungen sollten nicht mit Schweiß in Berührung kommen, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Weiterhin ist die Erwärmung, die aufgrund körperlicher Anstrengung im Behandlungsgebiet induziert wird, für den Heilungsprozess kontraproduktiv. Sie kann zu einer stärkeren Schwellung und Schmerzen beitragen.

Sport beansprucht das verheilende Areal mechanisch. Besonders ruckartige Bewegungen, aber auch Dehnungen oder Erschütterungen, sind Teil vieler Sportarten und Gift für eine kürzlich vernähte OP-Wunde. Wer möchte, dass diese möglichst schnell und mit einer unauffälligen, blassen Narbe verheilen, der sollte mechanischen Zug strikt vermeiden. Schlimmstenfalls reißt die Wunde wieder auf, was zu einer Verlängerung der Heilungszeit sowie einer breiteren, unregelmäßigen Narbenbildung führen kann. Ganz besondere Vorsicht gilt solange die Fäden noch nicht gezogen wurden. Jedoch kann auch danach nicht garantiert werden, dass der Wundverschluss bereits stabil genug für körperliche Bewegungen ist.

Grobe Richtwerte für den Beginn des normalen Trainingsprogramms in Abhängigkeit von der Art der Operation können wie folgt zusammengefasst werden:

Sport nach einer Schönheits-OP

OperationTrainingsbeginn
Brust-OPsNach ca. 6 Wochen
Ohren-, Nasen-OPs & AugenlidstraffungenNach ca. 2 Wochen
FettabsaugenNach ca. 4 – 6 Wochen
StraffungenNach ca. 4 – 8 Wochen
FaceliftingNach ca. 4 Wochen

Heilung: Ein höchst individueller Vorgang, der vor allem Geduld erfordert

Sport-Enthusiasten werden es nicht gerne hören, aber die Heilung nach einem plastisch-ästhetischen Eingriff erfordert vor allem eines: Geduld mit dem eigenen Körper. Dieser hat seine ganz eigene Geschwindigkeit der Wundheilung, welche ihm unter Berücksichtigung des Wunsch-Ergebnisses und vor allem der eigenen Gesundheit auch zugestanden werden sollte. Die folgenden Angaben sind deshalb lediglich Richtwerte, die der Orientierung dienen sollen. Der eigene Körper ist immer der beste Ratgeber. Bei Schmerzen oder Unwohlsein muss das Sportprogramm sofort eingestellt werden. Zögern Sie auch nicht, ihren Arzt nach seiner Meinung zu fragen.

Falten-Injektionen:

Minimal-invasive Methoden der plastisch-ästhetischen Chirurgie, wie die Faltenunterspritzungen gehen nicht mit offenen Wunden einher. Nach Botox, Hyaluronsäure oder Eigenfett-Behandlungen muss deshalb mit dem Sport meistens nicht sehr lange gewartet werden. Spätestens nach einigen Tagen darf man seinem gewohnten Trainingsplan wieder nachgehen.

Fettabsaugung:

Nach ca. 4 – 6 Wochen kann der Körper nach Liposuktionen langsam wieder an sportliche Bewegungen gewöhnt werden. Allerdings nur, wenn dabei die Kompressionskleidung getragen wird. Das Bindegewebe darf so wenig wie möglich belastet werden, da es sich noch immer in der Abheilungsphase befindet. Zu starke Belastungen begünstigen eine Lockerung des Gewebes und damit verbundene Dellen oder Unregelmäßigkeiten. Spaziergänge belasten das Gewebe weniger und wirken sich sogar positiv auf die Heilung aus. Nach ungefähr 10 Tagen kann damit begonnen werden.

Bauchdeckenstraffungen:

Sportliche Aktivitäten beziehen meist mehr oder minder die Bauchmuskulatur mit ein. Vor allem nach Bauchdeckenstraffungen, die mit einer sehr großen Schnittfläche einhergehen, ist die körperliche Schonung von mindestens 6 Wochen obligat. Das Risiko für Nachblutungen, unregelmäßige Ergebnisse oder anderer Komplikationen ist zu groß, als dass ein Patient hier leichtfertig handeln sollte. Danach ist ein sanfter Wiedereinstieg mit geringer Belastung und besonderem Augenmerk auf die Körperreaktionen empfehlenswert. Generell ist der Fortschritt der Heilung entscheidend, wobei Straffungen, die nicht nur die Haut, sondern auch die darunterliegenden Muskeln betreffen, eine längere, ungefähr 8-monatige Schonungszeit beanspruchen.

Nasen-, Ohren-, Lidkorrekturen & Face-Liftings:

Weniger einschränkend wirken sich Korrekturen im Gesichtsbereich auf die sportliche Aktivität aus. Eine 14-tägige Schonung ist größtenteils ausreichend. Eine Ausnahme von dieser Empfehlung bilden Nasenoperationen in Verbindung mit kreislaufbelastenden Übungen. Allzu leicht entstehen durch den Druck Blutungen, die abgesaugt werden müssen, um den Heilungsverlauf nicht zu behindern. Auch Sportarten mit Schlag- oder Stoßrisiken im Nasenbereich, müssen bis zu 6 Wochen vermieden werden. Face-Liftings, die mit längeren Schnitten einhergehen, bedingen eine Sportabstinenz von bis zu 4 Wochen.

Brustoperationen:

Nach Brustvergrößerungen, -straffungen oder -verkleinerungen ist Sport in der Regel nach Ablauf von 6 Wochen wieder möglich. Sicherheitshalber sollte keine Sportart ohne fest sitzenden BH oder Sport-BH praktiziert werden. Besonders nach Brustvergrößerungen mittels Implantat besteht bei erschütterungsintensiven Belastungen (z.B. joggen) das Risiko einer Verschiebung oder Rotation der Kissen, was ohne Nachoperation nicht mehr korrigierbar wäre. Sportarten, die mit einer starken Beanspruchung des Brustmuskels einhergehen, müssen sogar bis zu 3 Monate vermieden werden.

Kraft- vs Cardiotraining

Für den sportlichen Wiedereinstieg nach Operationen eignen sich einige Sportarten besser als andere. So geht Krafttraining mit starker Muskelarbeit einher, welche nach vielen Schönheitsoperationen nicht ratsam ist. Vor allem, wenn in der OP Muskeln gestrafft oder verletzt wurden, muss in der Regel für Monate auf Belastungen dieser Muskelgruppen verzichtet werden.

Spricht von ärztlicher Seite nichts gegen die Wiederaufnahme des Krafttrainings, dann gilt: langsam steigern. Nach einer längeren Belastungspause haben sich Muskelgruppen leicht zurückgebildet und sind die Belastung nicht mehr gewöhnt. Zudem benötigt der Körper immer noch erhebliche Mengen Energie für die Heilungsprozesse, die nicht durch hartes Training verbraucht werden sollten.

Stark dehnende Sportarten, wie Yoga oder Pilates sind ebenfalls nach einer invasiven plastisch-ästhetischen OP nicht zu empfehlen. Die oben erwähnte Zugspannung auf die Wunde ist immens, da der Haut extreme Dehnbarkeit abverlangt wird.

Leichte Cardio-Sportarten wie Walking oder der Ergotrainer sind empfehlenswert für den langsamen Wiedereinstieg. Doch auch hierbei gilt: Nicht übertreiben und auf die Signale des Körpers hören. Eine langsame Steigerung bis zum Ausgangspensum bietet sich eher an, als sofort wieder durchzustarten. Nur wenn es zu keinerlei Beschwerden, wie Stechen oder Ziehen kommt, kann das gewählte Maß an Intensität beibehalten werden.

Dabei ist natürlich entscheidend, wo sich das Operationsareal befindet bzw. welche Muskelgruppen beansprucht werden. So kann nach einer Brustoperation, wenn das körperliche Befinden dementsprechend gut ist, mit einem leichten Training des Unterkörpers schon nach ca. 4 Wochen begonnen werden, wenn sichergestellt ist, dass die Brustmuskeln nicht belastet werden.

Fazit

Nach einem plastisch-ästhetischen Eingriff steht die Heilung an oberster Stelle. Vor allem nach invasiven Operationen benötigt der Körper eine Schonzeit in der er sich von den Strapazen der OP erholen kann. Eine Schönheitsoperation, besonders wenn sie unter Vollnarkose stattfand, bedeutet Stress für den Körper. Der zu frühe Wiedereinstieg in sportliche Betätigung kann sich sehr negativ auf das Endergebnis auswirken oder erhöht sogar das Risiko postoperativer Komplikationen.

Auf der anderen Seite hilft Sport beim Stressabbau und fördert die Durchblutung. Schlecht durchblutete Haut heilt weniger gut, da die mit Sauerstoff und Nährstoffen vermindert ist. Bewegung ist also nicht per se schlecht und kann in Form von Spaziergängen oder leichtem Cardio-Training, welches nicht mit Zug auf die Narbe einhergehen, eine wahre Wohltat für den Körper darstellen und den Heilungsverlauf positiv beeinflussen.

Auf Grund der individuell sehr unterschiedlich langen Umstellungszeit des Körpers und der Abhängigkeit von der Art der Schönheitsoperation, kann nur der behandelnde Chirurg im Einzelfall entscheiden, ob bedenkenlos trainiert werden kann. Er sollte deshalb immer die erste Anlaufstelle sein