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Schönheitsideale und Schönheits-OPs: Andere Länder, andere Epochen, andere Trends

Schon seit frühester Zeit fragt man sich überall auf der Welt: Was ist „schön“? Und lassen sich überhaupt Kriterien dafür definieren? Über Schönheit kann man nicht streiten, heißt es, sie sei subjektiv. Denn manche Schönheitsideale sind vielleicht in anderer Leute Augen ungewöhnlich und manche dafür erstrebenswert.

Aber ist Schönheit darüber hinaus auch universell? Haben sich die Vorstellungen von Schönheit im Laufe der Geschichte tatsächlich verändert? Und wo stehen wir heute im Umgang damit?

Unser westliches Schönheitsideal gilt keineswegs in allen Ländern dieser Welt als erstrebenswert. In manchen Kulturen sind dicke Frauen schön, in anderen sollten sie wohlgerundet sein und einen großen Po haben. Das Ideal vom sehr schlanken Körper mit flachem Bauch, großen Brüsten und kleinem Hinterteil ist allerdings – nicht zuletzt durch eine rasante Verbreitung durch die Medien – weltweit auf dem Siegeszug.

Oft sind aber Schönheitsideale vor allem eins: Statussymbole. Wer in Europa oder den USA schlank und sportlich ist, gilt als wohlhabend und erfolgreich. Umgekehrt sind vor allem dicke Frauen in Westafrika begehrt, denn dort ist Fett ein Zeichen für Wohlstand – nur wer vermögend ist, kann sich ausreichend Nahrung kaufen. In Südamerika sollten Frauen möglichst kleine Brüste, aber einen großen Po haben; indische Frauen und Männer wünschen sich eine sehr helle Haut.

Für Models gilt zwar auf den internationalen Laufstegen Size Zero, aber einige Modedesigner lassen auch „Curvy Models“ und weiblichere Formen auf die Laufstege. In anderen Schönheitsbereichen gilt nicht immer dasselbe: so hat Schauspielerin Renée Zellweger gerade mit ihrer fülligen Bridget Jones-Figur Millionen an den Kinokassen eingespielt. Auch bei Männern sind Magermodels oder Muskelprotze nicht immer gefragt.

Schönheit weltweit

Generell sind die Ideale recht variabel und flexibel geworden, weil viele Einflüsse mittlerweile auf ein sehr individuelles „Publikum“ treffen. Somit gilt: schön ist, was gefällt.

Was früher die üppigen Brüste waren und zuvor auch die Wespentaille, ist aktuell die Thigh Gap, Oberschenkellücke bei Frauen (ein durchgängig auftretender Freiraum zwischen den Innenseiten der Oberschenkel, der auftritt, wenn sich die Knie beim aufrechten Stehen berühren). Ergo: unser Schönheitsideal hat sich im Laufe der Zeit gewandelt – und ändert sich stetig.

Aber nicht nur in den Generationen, sondern auch in den unterschiedlichen Kulturkreisen und Epochen. Dabei hat jede Figur-Epoche ihre eigenen Vorbilder: von der schlanken Kleopatra über die füllige Marylin Monroe bis hin zur klapperdürren Kate Moss und zur kurvigen Mode-Ikone Kim Kardashian. Im Prinzip sind alle mögliche Körper-Figuren vertreten.

Das Schönheitsideal der Frau im Wandel der Zeit und der Kontinente

Das Schönheitsideal der Frauen hat sich im Laufe der Zeit drastisch verändert. Mal war eine schlanke Linie bevorzugt, mal ein kurviger Körper mit Bäuchlein. Aber eines ist immer geblieben: die Frau sollte Jugendlichkeit ausstrahlen und entsprechend signalisieren, dass sie fruchtbar ist.

Dies war in allen Epochen ein wichtiger Aspekt auf dem Heiratsmarkt. Und diese Attribute zählen immer noch zum Schönheitsideal der Frau unserer Zeit. Eines steht allerdings schon seit über Jahrtausenden fest: Die Schönheit ist von der Zeit und der Lebenssituation geprägt und somit recht subjektiv.

Bereits die Ägypter hatten klare Schönheitsideale

Im alten Ägypten war rank und schlank schön. Nofretete (ihre Büste ist weltberühmt) gilt als Inbegriff einer schönen und schlanken Frau. Die alten Ägypter hätten vorwiegend die schlanke Figur in der Zeit des „Neuen Reiches“ (um 1550 v. Christus) attraktiv empfunden. Auch ausdrucksvolle Augen, ein symmetrisches Gesicht und sinnliche Lippen sind damals ansprechend gewesen, berichtet das Wissensportal pharaonen.info.

Die Ideale des antiken Griechenlands spiegeln sich über Jahrhunderte wieder

Im antiken Griechenland setzte man auf mollig: vor allem im Zeitraum um die 500 v. Christus sei eine mollige Figur mit heller Haut das Schönheitsideal des antiken Griechenlands gewesen, so das Portal BuzzFeed. Die Lebenssituation zu dieser Zeit färbte womöglich auf das Vorbild ab: da die Mehrheit des Volkes mittellos war, waren magere Frauen nicht begehrt. Eine fülligere Figur stand hingegen für Wohlstand, was in der damaligen Gesellschaft noch eine größere Rolle spielte als heute.

Dies gilt auch für die Nachkriegszeit in Deutschland, dem sogenannten Wirtschaftswunder. In Europa war das überall ähnlich: In der italienische Renaissance wurde auch das Bäuchlein bevorzugt. Während der italienischen Renaissance (um 1500 n. Christus) präsentierten sich die Frauen mit üppiger Oberweite, breiten Hüften und einem rundlichen Bauch.

Die Lotosfüße verfolgten chinesische Frauen bis in 20. Jahrhundert

In China waren und sind Frauen zierlich und die Haut und Füße wichtig. Zur Zeit der Han-Dynastie in China (um 200 v. Christus) sind insbesondere große Augen, schmale Taille und dünne, kleine Füße ein wesentliches Attraktivitätsmerkmal gewesen. Dies hat sogar so weit geführt, dass den Mädchen die Füße abgebunden (sogenannte Lotos- oder Lilienfüße) wurden, um das Wachstum zu hemmen. Aber auch die Haut musste hell sein: bis heute gehen die chinesischen Frauen ungern in die Sonne, und wenn, dann nur mit Sonnenschirm. Blass ist schick in Asien.

Das wechselnde Schönheitsideal des 20. Jahrhunderts

Im zwanzigstem Jahrhundert ging es drunter und drüber – auch was das Schönheitsideal der Frau betrifft. In den „Goldenen 20er Jahren“ waren vorwiegend Frauen von androgyner Gestalt, flacher Brust und einer schmalen Taille begehrt.

30 Jahre später setzte sich das Ideal einer „Sanduhrfigur“ durch – umfangreiche Oberweite wie auch Hüfte, jedoch eine klar erkennbare Taille. Gegen 1960 allerdings verflog die Attraktivität jener, die nicht mit einer schmächtigen Silhouette aufwarten konnten.

Mittlerweile habe sich der mädchenhafte Charme in einen weiblicheren verwandelt: große Brüste und ein wohlgeformter Hintern stehen nun in Konkurrenz zur dünnen Figur, die immer noch als attraktiv erachtet wird.

Schlussendlich bezog und bezieht sich das Streben nach Perfektion immerzu auf die Frage, was das andere Geschlecht wohl am attraktivsten erachtet. Und dies wird auch von der Umgebung oder von den Medien gesteuert.

Dank moderner Ästhetischer-Chirurgie (obgleich man schon in alten Zeiten der Schönheit nachzuhelfen wußte) kann jede Frau und auch jeder Mann sich seinem ganz persönlichen Ideal nähern. Und so steigt auch weltweit die Zahl der Schönheitsoperationen.

Doch jede Kultur und jeder Kontinent bevorzugt andere schönheitschirurgische Eingriffe. Überall auf der Welt scheint der Trend ungebrochen, sich zunehmend für eine operative Korrektur ästhetischer Makel zu entscheiden.

Das weltweite Schönheitsideal gibt es nicht

Weltweit nimmt die Schönheitschirurgie an Bedeutung zu: in Asien ebenso wie in Amerika oder Europa sind Schönheits-OPs im Aufwärts-Trend. Unterschiede bestehen jedoch: in Europa und USA will man vor allem jünger aussehen, Stichwort: Anti-Aging. Im Gegensatz hierzu stecken hinter vielen Korrekturen in Asien ethnische Gründe.

Die Motive für einen schönheitschirurgischen Eingriff unterscheiden sich, weiß Dr. Fatemi, ärztlicher Leiter der S-thetic Clinic Unna und Düsseldorf, der als Gast internationaler Kongresse den weltweiten Wissenstransfer unterstützt.

Bei einem Auslandsaufenthalt bei Arzt-Kollegen im Libanon stellte er fest: „Junge Libanesen bevorzugen Fettabsaugungen. Bei Älteren stehen Facelifts und Lidkorrekturen oben auf der Liste, um jugendliches und frisches Aussehen zu wahren, erklärt der erfahrene Chirurg in einem Interview“ (schoenheit-und-medizin.de).

Ostasien hat eine besonders hohe Dichte an Eingriffen

In asiatischen Ländern beobachtete er andere Trends, die hierzulande sonderbar erscheinen mögen: so lassen sich chinesische Frauen ihre Unterschenkel operativ bis zu zehn Zentimeter in die Länge ziehen, um mit längeren Beinen ihre Heirats- und Karrierechancen zu steigern. Auch Lidkorrekturen nach westlichem Standard fragen Asiaten verstärkt nach. Sie möchten dem in den Medien als Schönheitsideal propagierten europäischen Aussehen näher kommen.

Koreanerinnen hingegen helfen einer üppigen Behaarung in der Intimzone nach, indem sie sich Haare vom Kopf in den Schambereich verpflanzen lassen. Dies steht in diesem Land für mehr Fruchtbarkeit.

In Japan beäugt man hingegen den Europäer-Style: Japaner lieben Lidfalten und lassen sich oft die überschüssige Haut über dem Auge operativ entfernen. Die Lidplastik steht in Japan auf Platz Eins der Schönheitseingriffe.

In Brasilien darf es gerne auffälliger sein

Brasilien als Land mit der körperbewusstesten Bevölkerung der Welt verbucht eine besonders interessante Trendwende: brasilianische Frauen ließen sich bis Ende der 90er Jahre am liebsten die Brüste verkleinern. Dieser Trend entsprach der ethnisch stark gemischten Gesellschaft. So galten große Brüste als Merkmal der schwarzen Frau, kleinere dagegen wurden mit der reichen und überwiegend weißen Oberschicht assoziiert.

Seitdem brasilianische Medien das europäische Schönheitsideal in die Wohnzimmer transportieren, wandelt sich das das Hinterteil als Objekt der Begierde: Brasilianerinnen mögen pralle Popos. Der „Brazilian Butt Lift“, bei dem der Po mit Eigenfett oder Silikonimplantaten aufgepolstert wird, ist eine der in Brasilien am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen.

In Hawaii und auf den Fijis ist es umgekehrt: die fülliger Figur ist out, amerikanische schlanke Figuren (Vorbild der US-Soap-Stars, die nun in deren TV-Programme Einzug gehalten haben) sind nun bevorzugt.

Der Iran als das Zentrum der Nasenoperationen

Auch im religiös geprägten Iran macht der Boom der Schönheitschirurgie nicht Halt. Wie nirgendwo sonst auf der Welt lassen sich Iraner ihre Nasen operieren sowie andere Eingriffe im Gesicht vornehmen. Auch in Deutschland oder anderen Ländern sind Nasen-Korrekturen mittlerweile durchaus üblich. Doch anstatt seine Nase still und heimlich richten zu lassen wie hier, ist die Operation im Iran ein absolutes Statussymbol. Demnach wird vor allem der Verband, dem man nach der OP trägt, als das coolste It-Piece überhaupt gefeiert. Es kann und soll jeder sehen, wie viel Geld man aufgrund der neuen Nase ausgegeben hat.

Schönheitsideal: Durchschnittlichkeit

Somit liegt Schönheit nicht nur sprichwörtlich, sondern auch tatsächlich im Auge des Betrachters, oder aber in der Region, in der man sich gerade befindet. Während die eine Nation auf üppige Kurven an Frauen steht, können die weiblichen Silhouetten in anderen Nationen nicht burschikos genug sein.

Doch mal ganz vom persönlichen Geschmack abgesehen, gibt es einige Schönheitsideale, die die Nationen grundsätzlich voneinander unterscheiden. Aber es muss passen – in die Herkunft, in den Job, in die jeweilige Gesellschaft.

Eines der für den Laien verblüffendsten Attraktivitätsmerkmale heißt allerdings weltweit „Durchschnittlichkeit“. Wenn mehrere Gesichter fotografisch oder computertechnisch (durch sogenanntes „Morphing“) übereinander gelagert werden, so ist das resultierende Durchschnittsgesicht attraktiver als die Mehrzahl der Einzelgesichter, aus denen es hervorgegangen ist. Das ergaben zahlreiche Studien.

Die Ähnlichkeit zwischen der beurteilenden Person und der beurteilten Person hat einen Einfluss auf die Einschätzung der Attraktivität. Einen über alle Zeiten und Gesellschaften hinweg als schön geltenden „durchschnittlichen“ Frauenkörper oder auch Männerköper gibt es aber nicht.

Doch keineswegs ist es der magere Körper, der für die Evolution sinnvoll ist. Eher das Gegenteil ist notwendig, um gut und lange durchs Leben zu kommen. Auch die Größe spielt nicht so eine Rolle, weder für die Frau noch für den Mann. Es gibt aber einen Satz, der unter Attraktivitäts-Forschern, als absolut gesichert gilt.

Der Satz lautet: „Attraktivität liegt definitiv nicht im Auge des Betrachters.“ Zumindest nicht des einen. Sondern vielmehr bei einem selbst und im Innern, in der eigenen Selbstwahrnehmung. Und dann gibt es auch noch eine Vielzahl anderer Faktoren. Somit hat jeder ganz eigene und individuelle Möglichkeiten, sich schön zu fühlen und seine Attraktivität zu steigern.