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Augenlidkorrekturen verdrängen Brustvergrößerungen von Platz 1 der beliebtesten Schönheitsoperationen

Konnten Brustvergrößerungen mit Implantat in den letzten Jahren dauerhaft den ersten Platz der beliebtesten plastisch ästhetischen Eingriffe der Deutschen für sich vereinnahmen, zeigt sich in diesem Jahr ein ganz anderes Bild. Auf der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie in Berlin wurden jüngst die Ergebnisse der mittlerweile 10. bundesweiten DGÄPC-Patientenbefragung vorgestellt.

Auf einem hohen Niveau befinden sich der Umfrage zufolge Augenlidkorrekturen sowie nicht oder minimal-invasive Behandlungen zur Faltenentfernung. Tagungspräsident Dr. Olaf Kauder sieht einen möglichen Grund für die Verschiebung der Behandlungsschwerpunkte in der steigenden Anzahl von Männern, die sich einem plastisch-ästhetischen Eingriff unterziehen. “Wir beobachten eine deutlich größere gesellschaftliche Akzeptanz für Männer, die sich mit ihrem Äußeren auseinandersetzen”, betont er mit Blick auf die geschlechtsspezifische Verteilung von Schönheitsoperationen in der Gesellschaft. So stieg der Anteil männlicher Patienten von 12,1 % auf 17,5 % und ist damit so hoch wie noch nie.

Sind Brustvergrößerungen weniger gefragt?

Die Zahl der Brustvergrößerungen mit Implantat sank von 15,7 % auf 8,4 %. Sogar die Fettabsaugung konnte, neben der Augenlidkorrektur, die Brustvergrößerung überholen. Der Grund dafür ist sichtlich einfach. Andere Behandlungen, wie etwa die nicht- oder minimal-invasiven Methoden, erzeugten einen viel stärkeren Nachfrageanstieg, während die Brustvergrößerung lediglich einen leichten Aufwärtstrend verzeichnete. Es ist also nicht so, dass Brustvergrößerungen einen extremen Einbruch erlebt haben – insgesamt gesehen stieg die Zahl der Eingriffe sogar an. Noch immer sucht jede 4. Frau den plastisch-ästhetischen Chirurgen aufgrund einer Brustkorrektur, zu der auch die Bruststraffung und -verkleinerung zählen, auf.

Immer belieber: Faltenbehandlungen ohne OP

Nach wie vor sind nicht-invasive oder minimalinvasive Methoden auf dem Vormarsch. Schon jede 3. Behandlung ist heutzutage nicht-operativer Natur. An der Spitze mit 16,4% finden sich Botox-Injektionen. Doch auch andere Filler, wie die Hyaluronsäure oder Eigenfett, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Als Einflussfaktor auf den starken Zugewinn könnte die Einfachheit der Anwendungen gelten, welche Hemmschwelle und Bedenkzeit herabsetzen. Trotzdem warnt DGÄPC-Präsident Dr. Torsten Kantelhardt davor, die Eingriffe auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch wenn keine OP stattfindet, ist Vorsicht bei der Wahl des Chirurgen angeraten, da sich auch aus diesen erhebliche Komplikationen ergeben können.

Demografische und geschlechtsspezifische Aspekte

Schönheitsoperationen sind keine Frage des Alters. An diesem Fakt hat sich seit der letzten Patientenbefragung vor einem Jahr nichts geändert. Noch immer beträgt das durchschnittliche Alter, in dem ein Eingriff durchgeführt wird, 42 Jahre. Während Frauen sich um die 30 verstärkt für Veränderungen an der Brust interessieren, sind Frauen um die 50 eher auf die Beseitigung der Alterungserscheinungen fokussiert und entscheiden sich für Augenlidstraffungen oder Faceliftings.

Über viele Jahre waren es fast ausschließlich Frauen, die plastisch-ästhetische Eingriffe nachfragten. Ihnen schien das Thema Schönheit einfach wichtiger als dem männlichen Geschlecht. Während Frauen immer öfter offen über ihre Eingriffe sprechen konnten, wurden Schönheitsoperationen bei Männern doch eher belächelt oder als seltsam empfunden. Langsam scheint sich das Blatt jedoch zu wenden. Zwar stellen Frauen noch immer den Großteil der Patienten in Praxen und Kliniken, der Anteil männlicher Patienten steigt jedoch stetig und zeigt, dass auch ihnen immer mehr an einem ansprechenden Äußeren gelegen ist.

Männer entscheiden sich tendenziell etwas später für einen plastisch-ästhetischen Eingriff. Allerdings ergeben sich für sie 3 Nachfragehochs im Alter von 30, 40 und 50 Jahren. Bei ihnen stehen Augenlidkorrekturen an erster Stelle. Botoliumtoxin-Behandlungen sind mit 13,3 % die zweithäufigste Behandlung, lassen sich jedoch nicht mit der Beliebtheit bei Frauen (17,5 %) vergleichen (nur Unterspritzungen mit Dermalfillern sind bei Frauen noch beliebter). Interessanterweise ist bei männlichen Patienten weniger Konstanz in den favorisierten Behandlungen zu verzeichnen als beim weiblichen Geschlecht. Bei den Frauen finden sich seit Beginn der Patientenbefragungen Brustvergrößerungen, Augenlidkorrekturen und Fettabsaugungen unter den Spitzenreitern, bei den Männern dagegen verlagerte sich die Nachfrage von der Fettabsaugung (2013: 23,3 %, 2017: 12,2 %) hin zur Augenlidkorrektur (2013:15,8%, 2017: 21,0 %) drastisch.
Männer unterziehen sich häufiger einer Ohrenkorrektur oder der Entfernung von Schweißdrüsen. Außerdem ist mit 11,5 % die Rate der Gynäkomastie-Operationen (Entfernung der männlichen Brust) höher als im Vorjahr.

Einzig die Häufigkeit von Fettabsaugungen lässt sich weder einem bestimmten Geschlecht noch Altersklasse zuordnen. Sie sind bei Frauen und Männern über alle Altersstufen gleichmäßig verteilt.

Gründe für plastisch-ästhetische OP und Kriterien bei Chirurgenwahl

Längst nicht alle Patienten, die sich bei einem plastisch-ästhetischen Chirurgen beraten lassen, führen am Ende den gewünschten Eingriff auch durch. Dies zeigt die immense Bedeutung, die dem Arzt als Berater zugute kommt. Nicht jeder Patient kann durch eine Schönheitsoperation das erreichen, was er sich erhofft, und es ist Aufgabe des Chirurgen, offen und ehrlich mit dem potentiellen Patienten zu sein und im Zweifelsfall von einem Eingriff abzuraten.

Die DGÄPC war deshalb nicht überrascht, dass von den 58,6 % der Befragten, die für ein Beratungsgespräch die Klinik aufsuchten, nur gut ein Drittel den gewünschten Eingriff auch durchführten. Doch was erhoffen sich die Patienten einer Ästhetik-Klinik eigentlich genau? Diese im letzten Jahr zum ersten Mal in die Untersuchung integrierte Frage, war auch in diesem Jahr wieder Gegenstand des Fragebogens. Für beide Geschlechter ist die körperliche Verbesserung wichtiger als die seelischen Aspekte. Lediglich der Anteil an Patienten, die sich sowohl eine seelische als auch eine körperliche Verbesserung wünschten, war bei den Frauen etwas höher.

Der richtige plastisch-ästhetische Chirurg ist das A und O einer zufriedenstellenden Schönheitsoperation. Den Patienten scheint dies bewusst zu sein. Bei der Frage, wem sie bei der Entscheidung für einen Arzt am ehesten vertrauen würden, verließ sich der Großteil der Befragten auf Empfehlungen von Bekannten oder Freunden. Doch auch das Internet scheint beim Thema Arztwahl ein beliebter Ratgeber zu sein. So gaben 35,8 % an, Suchmaschinen zurate gezogen zu haben. In diesem Zusammenhang befinden Patienten auch Arztbewertungsportale als nützliche Entscheidungshilfe, bei der sich zeigt, dass der Ruf des Chirurgen das Kriterium erster Wahl darstellt. Vielen ist daneben wichtig, von einem Experten auf seinem Gebiet behandelt zu werden, was aufgrund der nachgewiesenen größeren Zufriedenheit mit den Resultaten und den geringeren Kompikationsrisiken nicht verwundert. Eine fachlich fundierte Beratung, die die Basis eines vertrauensvollen Verhältnisses schafft, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Die DGÄPC hebt außerdem hervor, dass immer mehr Patienten dem Titel “Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie” mehr Bedeutung beimessen. Nur an dieser Bezeichnung kann die Qualifikation des Arztes objektiv beurteilt werden, da nur Ärzte mit einer spezifischen Ausbildung im Bereich der plastischen und ästhetischen Chirurgie diesen Titel tragen dürfen.

Fokusthema Service: OP-Termin & Ausstattung/Ambiente

Befragt nach ihrer Bereitschaft auf einen OP-Termin zu warten, gaben mehr Männer als Frauen an, nicht länger als 8 Wochen auf einen Termin warten zu wollen. Frauen sind in dieser Hinsicht etwas geduldiger und auch mit deutlich längeren Wartezeiten noch zufriedenzustellen. Längere Wartezeiten werden dabei eher bei aufwändigeren Eingriffen akzeptiert als bei weniger invasiven Behandlungen, wie Faltenunterspritzungen.

Frauen zeigen zwar ein wenig mehr Toleranz gegenüber der Wartezeit, sind allerdings weniger bereit, Abstriche bei der Ausstattung der Praxis oder einem angenehmen Ambiente zu machen. Männer sind in dieser Hinsicht erstaunlich genügsam und gaben sehr häufig an, diese Faktoren eher unwichtig zu finden.