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Rauchen - Ein Risiko bei Schönheitsoperationen

Dass das Rauchen zahlreiche Nebenwirkungen hat, ist wohl jedem bekannt. Der Konsum dieses Genussmittels kann sich auch negativ auf bevorstehende Operationen bzw. Heilungsprozesse auswirken.


Rauchen gefährdet Schönheits-OP

Wie beeinflusst Rauchen die Ergebnisse einer Schönheits-OP?

Die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Rauchen einhergehen, sind vielfach wissenschaftlich belegt und weithin bekannt. Nicht umsonst zählt mit dem Rauchen aufzuhören, neben mehr Sport und einer gesünderen Ernährung, zu den häufigsten Neujahrsvorsätzen.

Bei wem in absehbarer Zeit eine Operation ansteht, in Zukunft eine Schönheitsoperation geplant ist oder darüber nachdenkt, hat zusätzlich Grund mit dem Rauchen aufzuhören. Denn neben den direkten gesundheitlichen Folgen hat der Tabak- und Nikotinkonsum auch maßgeblichen Einfluss auf das Risiko bei Operationen und den darauffolgenden Heilungsprozess.

Raucher haben erheblich erhöhte Risiken bei Operationen

Wer schon einmal einer Operation hatte oder sich etwas näher mit dem Thema beschäftigt hat, wird zwangsläufig auf die Empfehlung stoßen zumindest 4-6 Wochen vor einem Eingriff mit dem Rauchen aufzuhören und mindestens genauso lange nach einer Operation mit dem Griff zur Zigarette zu warten bzw. am besten komplett darauf zu verzichten.

Laut einer Studie auf die sich die ASPS (American Society of Plastic Surgeons) beruft, sinkt die Rate der Komplikationen bei OPs bereits um 20-40 Prozent wenn der Patient 3-4 Wochen vor dem Eingriff mit dem Rauchen aufhört.

Eine Auswertung von 140 verschiedenen Studien mit rund 480.000 Patienten an der Universität Kopenhagen ergab außerdem, dass Raucher ein erhöhtes Risiko um das 3,6 -fache für Nekrosen (ein Absterben von Zellen durch unzureichende Gefäßversorgung) und das 2-fache Risiko für verzögerte Wundheilungen oder Wunddehiszenzen (Auseinanderweichen von Wundrändern nach erfolgter Naht) zeigen.
Bei 20 weiteren Studien mit rund 41.000 Teilnehmern, wurden Nichtraucher und ehemalige Raucher gegenübergestellt. Selbst bei ehemaligen Rauchern war das Risiko zumindest noch um das 1,3 – fache erhöht, damit aber trotzdem deutlich niedriger als bei Rauchern.

Besonders interessant für die plastisch-ästhetische Chirurgie ist, dass die meisten dieser Studien im Zusammenhang mit Brustoperationen, insbesondere Brustverkleinerungen oder Brustrekonstruktionen nach einer Mastektomie (Brustaufbau nach Amputation der Brust), entstanden sind.

Dabei hatten Raucherinnen das 4-fache Risiko einer Nekrose verglichen zu Nichtraucherinnen. Einen Zusammenhang zwischen der Menge (Packungsjahre) konnte nicht eindeutig bestätigt werden, wurde aber in zwei von drei entsprechenden Studien festgestellt.

Warum ist Tabakrauchen bei einer Schönheitsoperation besonders problematisch?

Tabakkonsum führt eine Reihe von “Nebenwirkungen” mit sich, die das Ergebnis einer plastisch-ästhetischen Operation beeinflussen können. Eine dieser Folgen ist eine Beschleunigung der Hautalterung, die sich auf nahezu jeden ästhetischen Eingriff auswirken wird.

Zum einen weil Eingriffe mitunter früher nötig werden und dann auch schneller wiederholt werden müssen, zum anderen kann es das Erschlaffen der Haut beschleunigen, was das Absinken der Brust, gerade nach dem Einsatz von Implantaten, beschleunigen kann. Gesundheitlich ist das zwar nicht riskant, jedoch beeinflusst es das Ergebnis mitunter negativ.

Bekanntlich ist jede Operation mit Risiken verbunden; in der plastisch-ästhetischen Chirurgie sollte man sich dessen zusätzlich bewusst sein, da die Operationen in der Regel nicht medizinisch indiziert sind und daher keine Verbesserung der körperlichen Gesundheit mit sich bringen.

Gesundheitliche Folgen die den OP-Erfolg zusätzlich beeinflussen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Atemwegserkrankungen
  • Beschleunigte Hautalterung

Rauchen hat aber nicht nur ästhetische Auswirkungen, noch bedeutender sind die medizinischen Folgen. In diesem Fall sind nicht Folgeerkrankungen gemeint, die uns dann mit Bildern auf Zigarettenpackungen abschrecken sollen, sondern gesundheitliche Folgen, die Risiken bei OPs erhöhen.

Diese hängen insbesondere mit der schlechteren Blut- und Sauerstoffversorgung, einer verstärkten Gerinnungsneigung des Blutes sowie einem geschwächten Immunsystem zusammen, die mit dem Rauchen einhergehen.

Rauchen erhöht das Thrombose-Risiko bei OPs

Eine erhöhte Blutgerinnung kann vor allem während der OP ein Risiko darstellen, da das operationsbedingte Thrombose-Risiko dadurch steigt. Diese treten meist bei Frauen auf. Sowohl Rauchen als auch das Einnehmen der Pille, Schwangerschaften und ein höheres Alter erhöhen das Risiko. Auch eine längere Dauer der Operation erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose.

Die meisten Blutgerinnsel treten in den Beinen auf, weshalb Patienten auch Kompressionsstrümpfe während der OP tragen müssen. Generell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose bei ca. 0,1%, unabhängig von zusätzlichen Risikofaktoren.

Erhöhtes Komplikationsrisiko bei Brustvergrößerungen

Häufiger sind allerdings Komplikationen bei der Wundheilung oder einer Kapselbildung (Kapselfibrose). Die schlechtere Blut- und Sauerstoffversorgung hat zur Folge, dass die Haut in manchen Fällen nicht ausreichend versorgt wird und es zu Nekrosen, also dem Absterben von Zellen kommt. Dieses Risiko ist besonders bei Straffungen erhöht.

Zusätzlich kann sich die Wundheilung verzögern und damit der komplette Heilungsprozess in die Länge gezogen werden. In Kombination mit einem schwächeren Immunsystem erhöht sich in weiterer Folge auch das Risiko einer Infektion. Hinzu kommt, dass Raucherinnen häufig auch eine auffälligere Narbenbildung haben.

Bei Brust-OPs, besonders Brustvergrößerungen, sind Risiken noch einmal zusätzlich erhöht. Zum einen ist gerade das Brustgewebe sehr sensibel und sollte nach der Operation noch ein Kinderwunsch bestehen, sollte jedes Risiko vermieden werden, die Milchdrüsen zu beschädigen. Zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit einer Kapselfibrose bei Raucherinnen bis zu 3-mal so hoch wie bei Nichtraucherinnen.

Auch Nasenoperationen gelten für Raucher als besonder sensibel, da die Atemwege direkt beeinflusst werden und die Gefahr für Entzündungen und ein verlangsamter Heilungsprozess hier noch einmal verstärkt werden. Daher sollten Sie nach allen Nasen-OPs zumindest zwei Wochen lang eine Pause vom Rauchen einlegen.

Risiken, die mit dem Rauchen und Nikotinkonsum zusammenhängen können:

  • Gewebeverlust (Nekrose)
  • Infektionen
  • Stärkere Narbenbildung
  • Verzögerte Wundheilung
  • Thrombosen
  • Kapselfibrosen
  • Hautalterung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck)

Der Chirurg muss bei jedem Eingriff das Risiko abwägen. Plastisch-ästhetische Operationen stellen hier einen Sonderfall dar, da sie keine medizinische Notwendigkeit haben, trotzdem mit entsprechenden Risiken einhergehen. Daher ist der Arzt umso mehr angehalten, sicherzugehen, dass sich die Patienten aller Risiken bewusst sind und er diese verantworten kann.

Rauchen ist in diesem Fall kein allgemeiner Ausschlussgrund, könnte einen Arzt aber mitunter dazu veranlassen, eine Operation später anzusetzen oder diese bei zu hohen Risiken nicht durchzuführen.

Nikotinersatzprodukte als kleineres Übel?

Forschungen belegen mehrfach, dass Nichtraucher deutlich geringere Risiken mit einer Operation eingehen. Ein Verzicht auf Zigaretten rund vier Wochen vor der OP kann das Risiko dabei schon um 20 – 40 Prozent senken. Doch ganz einfach ist das mit dem Aufhören nunmal nicht.

Die vermeintlich simple Lösung wären also Ersatzprodukte wie E-Zigarette, Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster. Doch bisher fehlen noch Studien, ob E-Zigaretten beispielsweise ähnliche Auswirkungen wie normale Zigaretten haben. Derselbe Effekt wie bei Nichtrauchern lässt sich damit aber jedenfalls nicht erzielen.

Die gute Nachricht zum Einsatz von Ersatzprodukten ist, dass “nur” Nikotin mit aufgenommen wird. Zumindest fehlen für E-Zigaretten noch Langzeitstudien zur Erforschung anderer Gesundheitsfolgen. Risiken, die mit dem in Zigaretten enthaltenen Teer, der die Lunge und Atemwege schädigt und damit die Sauerstoffaufnahme beeinflusst oder Kohlenmonoxid, das den Sauerstofftransport im Blut hemmt, werden damit reduziert.

Einige Risiken sind auch bei Nikotinersatz erhöht

Die schlechte Nachricht: Viele der Risiken, zum Beispiel eine schlechtere Blutversorgung oder Bluthochdruck, hängen direkt mit den Einflüssen des Nikotin zusammen. Im Vergleich zu Nichtrauchern sind also Patienten die auf Nikotinersatzprodukte setzten trotzdem einem deutlich erhöhten Risiko ausgesetzt.

Wer also plant, mit dem Rauchen aufzuhören, hat bei einer anstehenden oder geplanten Operation einen zusätzlichen Grund, sich an die Entscheidung zu halten. Die Empfehlungen des Arztes, im Normalfall zumindest 4-6 Wochen vor und nach der OP nicht zu rauchen, sollten aber auf jeden Fall eingehalten werden. Wem der Griff zur E-Zigarette oder Nikotinkaugummi dabei hilft, macht zumindest einen Schritt in die richtige Richtung. Allgemein sollten Sie offen mit Ihrem Arzt darüber sprechen und die Empfehlungen und Entscheidungen in diesem Zusammenhang beherzigen.