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Makuladegeneration mit Ernährung vorbeugen

Eine Makuladegeneration (AMD) führt unbehandelt zu Einschränkungen der Sehfähigkeit bis hin zur Erblindung. Eine Studie zeigt nun, dass eine bestimmte Ernährung positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung nehmen kann.

Makuladegeneration: Krankheitsbild und Therapieformen

Was ist eine Makuladegeneration?

Der Begriff der Makuladegeneration beschreibt eine Erkrankung, die die Makula, ein Bereich im hinteren Teil der Netzhaut, angreift und beschädigt. Die Makula, auch macula lutea oder gelber Fleck genannt, besitzt die höchste Anzahl an Sehzellen. Das Scharfsehen ist ein Resultat des ständigen Bildwechsels auf dem Zentralbereich der Makula, der durch Augenbewegungen hervorgerufen wird. Erst im Gehirn werden die gesammelten Einzelbilder zu einem scharfen Gesamtbild zusammengefügt. Im Verlaufe der Krankheit erleiden die unterschiedlichen Zellen dieses Areals einen Funktionsverlust, was zu Einschränkungen der Sehfähigkeit führt. Dabei ist überwiegend das zentrale Sichtfeld betroffen, während das periphere Sehen uneingeschränkt erhalten bleibt. Zu Beginn äußern sich die Symptome in Form von Sichtverzerrungen und verschwommenem Sehen. Dies erschwert vor allem das Lesen und das Erkennen von Gesichtern.

Die häufigste Form der Makuladegeneration ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Diese wird unterteilt in eine „trockene“ sowie eine „feuchte“ AMD, wobei die trockene AMD deutlich häufiger auftritt. Sie betrifft nicht direkt die Netzhaut, sondern Hilfsstrukturen, in denen sich mit fortschreitendem Alter Stoffwechselendprodukte aus dem Abbau von Proteinen und Fetten anhäufen. Dieser Vorgang gehört zum normalen Alterungsprozess und betrifft jeden Menschen in unterschiedlichem Ausmaß. Sammeln sich jedoch zu viele Abbauprodukte an, sterben nach und nach die Sehzellen ab, was sukzessive zu immer größeren Sehverlusten bis hin zu Blindheit führt.

Wie wird die Makuladegeneration behandelt?

Da die Makuladegeneration nicht geheilt werden kann, ist es besonders wichtig, die Erkrankung früh zu erkennen und deren Fortschreiten zu verlangsamen oder – wenn möglich – ganz aufzuhalten. Da geschädigte Sehzellen nicht wiederhergestellt werden können, sind die Sehverluste irreversibel. Um einer Erblindung entgegenzuwirken, ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Makuladegeneration unabdingbar. Die effektivste Therapie ist eine Spritzentherapie. Dabei werden Stoffe ins Auge eingebracht, die das unkontrollierte Gefäßwachstum hemmen bzw. gezielt die Blutgefäßneubildung unterbinden.

Neben den schulmedizinischen Therapieformen gibt es verschiedene Verfahren der Alternativmedizin, die die Makuladegeneration aufhalten sollen. Vor allem bei der trockenen AMD greifen viele Patienten auf alternativmedizinische Therapien zurück, da bis heute keine medizinische Behandlung existiert, um die Symptome der Erkrankung zu beseitigen.

Wie kann die Ernährung helfen?

Alterungsbedingte Veränderungen in der Makula können nicht komplett verhindert werden. Jedoch kann eine beginnende Makuladegeneration durch der Wahl des richtigen Lebensstils aufgehalten werden. Den Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und Makuladegeneration untersuchten Wissenschaftler der Universität Leipzig/Jena in einer Langzeitstudie („LUTEGA“). An 240 Probanden konnten sie einen hemmenden Effekt einer speziellen Ernährung auf das Fortschreiten der AMD und sogar eine Verbesserung der Sehkraft zeigen. So konnte nachgewiesen werden, dass eine gezielte Umstellung der Ernährung die kaum behandelbare trockene AMD positiv beeinflussen kann.

Im Rahmen der Studie wurde den Probanden ein Jahr lang täglich ein Nahrungsergänzungsmittel verabreicht, welches eine Kombination aus Lutein, Zeaxanthin sowie Omega-3-Fettsäuren enthielt. Lutein und Zeaxanthin, zwei Carotinoide, sind natürlicherweise in der Makula vorhanden, können aber nicht selbst vom Körper hergestellt werden und müssen deshalb von außen zugeführt werden. Die Supplemetierung dieser beiden Stoffe in hoher Dosierung, führte zu einem Anstieg der Makulapigmente, wodurch der Verlust der Sehkraft aufgehalten oder verlangsamt werden konnte. Der genaue Mechanismus der Makulapigmentregeneration, konnte noch nicht abschließend erklärt werden. Vermutlich wird bei den Carotinoiden ihre Funktion als Vitamin A Vorstufe, welches bekanntlich das Augenvitamin darstellt, eine Rolle spielen. Zahlreiche weitere Studien unterstützen die Ergebnisse der LUTEGA-Studie und konnten zudem einen protektiven Effekt von Zink und Vitamin C und E nachweisen. Bei Vitamin C und E handelt es sich um Antioxidantien. Das bedeutet, sie sind befähigt durch oxidativen Stress entstehende freie Radikale zu neutralisieren. Da alterungsbedingte Veränderungen immer zum Teil auf der Zerstörung von Zellen durch freie Radikale beruhen, überraschen diese Ergebnisse nicht. Der positive Effekt von Zink könnte auf die Verbesserung der Allgemeinfunktion des Auges zurückgeführt werden. Zink ist essentiell für die Synthese eines Transportproteins des Vitamin A und damit für eine gesunde Funktion des Auges unabdingbar.

Makuladegeneration: Prävention durch richtige Ernährung

Auf den Alltag übertragen kann dieses Wissen nun in der täglichen Ernährungspraxis umgesetzt werden. Denn die genannten Stoffe sind keinesfalls nur über Supplementation zuführbar. Sie sind natürlicherweise in vielen Lebensmitteln enthalten. Lutein findet sich beispielsweise in grünem Gemüse wie Brokkoli, Spinat und Grünkohl. Zeaxanthin ist als gelber Farbstoff in Mais, Eigelb, Spinat und weiteren Gemüsesorten vorhanden. Durch eine ausreichende Aufnahme von Obst und Gemüse ist der Bedarf an Lutein, Zeaxanthin und ebenso des wasserlöslichen Vitamin C also leicht zu decken. Die langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sind hingegen vor allem in fettreichem Seefisch wie Lachs und Sardellen enthalten. Auch verschiedene Pflanzenöle (Leinöl, Chiaöl, Rapsöl) können die gewünschten Fettsäuren liefern. Pflanzenöle stellen ebenfalls gute Quellen für Vitamin E dar. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang Weizenkeim-, Sesam-, und Olivenöl. Auch eine Handvoll Nüsse (Mandeln, Haselnüsse) können zur Bedarfsdeckung herangezogen werden. Zink ist ein Spurenelement, wird also nur in geringen Mengen benötigt und ist durch den Verzehr tierischer Produkte (Käse, Eier, Fleisch, Garnelen) relativ leicht zu decken. Als Vegetarier oder Veganer sollten bevorzugt Vollkorngetreideprodukte und Nüsse verzehrt werden. Auch Haferflocken, Linsen und Soja stellen zinkreiche Lebensmittel dar.

In einer vollwertigen und ausgewogenen Ernährung ist die Versorgung mit allen essentiellen Nährstoffen, die eine Makuladegeneration verhindern oder vermindern können, sichergestellt. Zudem sind die natürlich vorkommenden Verbindungen von Vitaminen und Mineralstoffen für den Körper wesentlich besser zu verwerten, als im Labor hergestellte Nahrungsergänzungsmittel. Zur Prävention ist eine Ernährungsumstellung also völlig ausreichend. Bei einer fortgeschrittenen Makuladegeneration kann jedoch ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen bestehen. Vor einer Supplementation sollte jedoch stets der Vitaminstatus von einem Arzt überprüft werden, da es gerade bei Vitamin E schnell zur Überdosierung kommt, die sehr gefährlich werden kann. Eingebettet in eine vollwertige, ausgewogene Ernährung kann eine ausreichende Zufuhr an Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren also dazu beitragen, eine beginnende trockene AMD aufzuhalten und somit die Sehverluste einzuschränken.