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Lipome - gutartige Fettzelltumore

Gutartige Gewebetumore, zu denen das Lipom zählt, können einige Betroffene erheblich einschränken und andere wiederum kaum belasten. Oftmals ist dies eine Frage der Lage und Größe der langsam wachsenden Hauterscheinungen. Aber was genau versteht man unter einem Lipom und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Frau tastet Oberschenkel ab

Was ist ein Lipom?

Ein Lipom bezeichnet einen gutartigen Tumor der die Zellen des Fettgewebes betrifft. Die Entwicklung erfolgt normalerweise in der späteren Lebensphase, etwa um das 40. – 50. Lebensjahr.

In seltenen Fällen ist eine Entwicklung bereits im Mutterleib möglich. Bevorzugt treten Lipome subkutan im Kopf- oder Schulterbereich, aber auch an Rücken, Armen, Bauch und Oberschenkeln auf. Nach dem Ort ihres Auftretens lassen sich oberflächliche und tiefsitzende Lipome unterschieden.

Man geht davon aus, dass sie in tieferliegenden Gewebsschichten (im Muskelbereich) weniger häufig vorkommen oder nicht erkannt werden, da sie äußerlich nicht in Erscheinung treten.

Warum sich solcherart Zellentartungen im menschlichen Körper entwickeln, ist abschießend noch nicht geklärt. Vermutet wird eine Fehlentwicklung der Zellen in der Ausdifferenzierungsphase zu Adipozyten (Fettzellen).

Lipome variieren sehr stark in ihrer Ausprägung. Anfangs weisen sie meist die Größe eines Kirschkerns auf, wobei sie auf bis zu 20 cm anwachsen können. Sie grenzen sich, da von einer Kapsel umgeben, recht gut vom umliegenden Gewebe ab und sind leicht verschiebbar. Sie wachsen nur langsam und sind in ihrer subkutanen Ausprägung als verhärteter Knoten unter der Haut fühlbar.

Vom Tastempfinden sind sie eher weich. Enthalten sie aber einen hohen Bindegewebsanteil können sie sich auch härter anfühlen. Erst bei Erreichen sehr großer Ausmaße, werden sie als beulenartige Erhebung unter der Haut sichtbar (Riesenlipom).

Die bösartige Form des Lipoms ist das Liposarkom. Im Unterscheid zum Lipom wachsen Liposarkome viel schneller und lassen sich unter der Haut nicht verschieben. Zudem treten Schmerzen auf, wenn Druck auf sie ausgeübt wird.

Ein schmerzendes Lipom bedeutet allerdings nicht, dass es sich zwangsläufig um einen bösartigen Tumor handelt. Vielmehr kann es sein, dass das Lipom auf einen Nerv drückt oder sich ein Angiolipom entwickelt hat.

Ein Angiolipom ist vermehrt mit Schmerzen verbunden, da es blutgefäßreich ist. Von einer Lipomatose spricht man, wenn ein Patient unter einer großen Anzahl an Lipomen leidet.

Wie wird ein Lipom behandelt?

Die Entstehung eines Lipoms lässt sich nicht durch einen angepassten Lebensstil oder Medikamente aufhalten bzw. behandeln. Sie sind in den meisten Fällen nicht gesundheitsschädlich.

Eine Entfernung ist unter medizinischen Gesichtspunkten nur erforderlich, wenn die Funktion umgebender Organe durch den Druck des Lipoms beeinträchtigt werden oder es auf Nerven drückt. Eine Entfernung außerhalb dieser Indikation kann jedoch aus ästhetischen Gründen erfolgen.

Exzision eines Lipoms

Die chirurgische Entfernung ist die Standard-Behandlung des Lipoms. Sie ist unkompliziert und kann unter örtlicher Betäubung stattfinden, sollte das Lipom nicht zu groß sein. Allerdings muss der Operateur großen Wert auf die vollständige Entfernung aller Lipome legen. Bleiben entartete Zellen im Gewebe zurück, wächst das Lipom weiter und bedingt einen erneuten Eingriff.

Der Chirurg oder Dermatologe ritzt die Haut über dem Lipom leicht an und eröffnet sie anschließend ein wenig weiter. Durch den entstandenen Hautschnitt, der kleiner als das eigentliche Lipom sein kann, wird die Fettgeschwulst mittels eines speziellen Instruments entfernt. Nach Vernähung der Wunde ist die schmerzlose OP beendet. Die entstehenden Narben sind nach der Abheilung, aufgrund der kleinen Hautschnitte, sehr unauffällig.

Entfernung per Fettabsaugung

Im Prinzip kann zur Entfernung eines Lipoms auch eine Fettabsaugung (Liposuktion) in Frage kommen. Diese wird jedoch so gut wie gar nicht eingesetzt, da es mitunter schwierig sein kann, alle entarteten Zellen abzusaugen.

Bei sehr bindegewebslastigen Lipomen kommt eine Fettabsaugung gar nicht in Frage. Es muss im Vorfeld eine genaue Untersuchung des Lipoms erfolgen, um festzustellen, ob sich das Lipom für die Fettabsaugung eignet. Vor allem größere Lipome können eher für eine Liposuktion in Frage kommen als kleinere.

Fett-Weg-Spritze

Manche Ärzte nutzen zur Entfernung die Fett-Weg-Spitze. Durch Injektion eines Wirkstoffs, der die Auflösung der Fettzellen bewirkt, sollen sie aus dem Gewebe abtransportiert werden. Die Technik ist vielversprechend, da sie ganz ohne Verletzung der Haut auskommt.

Allerdings ist diese Therapieform ausbaufähig. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht sichergestellt werden, dass alle entarteten Zellen zur vollständigen Entfernung gelangen. Zudem treten im Zuge der Verwendung der Fett-Weg-Spritze zur Behandlung des Lipoms häufig Nebenwirkungen (z.B. schmerzhafte Entzündungen) auf.

Abgrenzung zu anderen Hauterscheinungen

Lipome werden leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt und können vom Laien schwer selbst diagnostiziert werden.

Lipome werden oft fälschlicherweise für ein Lipödem gehalten. Es handelt sich aber um zwei unterschiedliche Krankheitsbilder. Während beim Lipom örtlich begrenzte Knötchen aus Fett in Erscheinung treten, handelt es sich beim Lipödem um vermehrte großflächige Fettansammlungen in Kombination mit Wassereinlagerungen. Das Lipödem wird in der Regel mit einer Fettabsaugung behandelt, das Lipom chirurgisch entfernt.

Ob es sich bei der Gewebewucherung um einen Tumor handelt, kann der Arzt relativ leicht durch Abtasten erkennen. Ob der Tumor gutartiger oder bösartiger Natur ist, wird entweder durch Beobachtung des Wachstums oder eine Gewebeprobe (Biposie) festgestellt.

Bei einer sofortigen Entfernung wird das Gewebe anschließend histologisch untersucht. Nur so lässt sich eindeutig feststellen, ob es sich um ein Lipom handelt oder nicht.

Ein weiterer häufig vorkommender Gewebetumor ist das Atherom. Im Unterschied zum Lipom handelt es sich nicht um entartete Fettzellen, sondern eine Verstopfung des Ausführungsgangs der Talgdrüse durch einen Fetttropfen. In der Folge entsteht eine Talgzyste, die auch oft als Grützbeutel bezeichnet wird.

Das Atherom kann stecknadelkopf- bis hühnereigroß werden und muss nur entfernt werden, wenn es sich entzündet und dementsprechende Schmerzen verursacht. Ist das Atherom nicht entzündet, kann es wie das Lipom chirurgisch unter örtlicher Betäubung entfernt werden.

Ein infiziertes Atherom muss zunächst entleert werden, um zu verhindern, dass Bakterien in den Körper gelangen. Die leere Zyste wird danach in der Regel an Ort und Stelle belassen. Sollte sie sich nach einer Weile wieder mit Fett zu füllen beginnen, kann die chirurgische Entfernung erfolgen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Lipom-Entfernung?

Ob die gesetzliche Krankenkasse die Kosten einer Lipom-Entfernung trägt, ist abhängig vom Befund. Wenn die Exzision medizinisch notwendig ist, wird die Krankenkasse sämtliche Kosten tragen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Verdacht auf ein bösartiges Liposarkom besteht oder wenn das Lipom starke Schmerzen verursacht. Soll die Entfernung dagegen aus rein kosmetischen Gründen erfolgen, werden die Kosten nicht übernommen.