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Lichtbedingte Hautalterung aufhalten: Wie Sonne uns alt aussehen lässt

Die Hautalterung kann nicht aufgehalten werden. Trotzdem verläuft sie bei jedem Menschen unterschiedlich schnell. Dass unsere Verhaltensweisen einen Einfluss darauf haben, ob wir unter vorzeitiger Hautalterung leiden oder nicht, ist schon lange bekannt. Den wenigsten sind jedoch die Mechanismen hinter dem Alterungsprozess bewusst. Vor allem Sonnenlicht oder häufige Solarienbesuche führen regelrecht zur Zerstörung von Zellen und damit zu einer verfrühten Hautalterung.

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In gewissem Umfang sind die zur Hautalterung beitragenden Mechanismen physiologisch und unbedenklich. Doch allzu sorglos sollte man sich lieber nicht der Sonne oder den restlichen Risikofaktoren aussetzen, die einen nachweislich negativen Effekt auf die Haut ausüben.

Die vielschichtigen Faktoren des Älterwerdens

Vorgänge, die zur Alterung der Haut führen, sind äußerst komplex. Sie lassen sich in intrinsische und extrinsische Ursachen unterteilen, die zudem in Wechselwirkung zueinander stehen.

Die intrinsische Hautalterung

Die intrinsische Hautalterung bezeichnet die Vorgänge, die sich innerhalb des Körpers abspielen und als das biologische Altern bezeichnet werden. Darunter werden jegliche Abläufe zusammengefasst, die mit dem normal ablaufenden Alterungsprozess in Verbindung stehen und dementsprechend nicht beeinflussbar sind. Diese Prozesse sind vielschichtig und stehen untereinander in starker Wechselwirkung.

Dazu zählen sowohl hormonelle Umstellungen als auch Veränderungen an den Chromosomen, die zu einer begrenzten Zahl an möglichen Zellerneuerungszyklen führen. Außerdem sind oxidative Vorgänge im Körper an einer zunehmenden Zerstörung von Körperzellen beteiligt, die in Verbindung mit der verlangsamten Zellteilung zu Funktionseinbußen führen. Sie schließen sowohl Veränderungen in den inneren Organen mit ein als auch den Abbau kollagener und elastiner Fasern des Bindegewebes. Diese Fasern sorgen für Stabilität und Dehnbarkeit der Haut. Sie halten auch das Depotfett des Unterhautfettgewebes in seiner Position. Ein fortschreitender Abbau der Fasern führt in Kombination mit dem altersbedingten Unterhautfettverlust zu einem Absinken und Erschlaffen der Haut.

Zusammen mit der verschlechterten Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff aufgrund der Degeneration von Blutgefäßen sowie einer Verminderung der Aktivität der Talgdrüsen zeigen sich im Laufe der Zeit immer mehr Veränderungen, die wir mit dem Alterungsprozess in Verbindung bringen.

Die extrinsische Hautalterung

Die extrinsischen Faktoren sind dementsprechend auf die Umwelt des Menschen zurückzuführen. Neben ungesundem Stress, Rauchen, falscher Ernährungsweise oder Alkoholgenuss hat die UV-Strahlung den größten negativen Einfluss auf die Haut. Wie schädlich sie wirkt, ist von der Art der der Strahlung und dem individuellen Hauttyp abhängig.

Die extrinsischen Faktoren wirken zusätzlich zu den intrinsischen Mechanismen und verstärken diese. Neben der individuellen Veranlagung ist dies der Grund, warum manche Menschen erst mit 40 erste Falten an sich entdecken, während bei anderen bereits mit Mitte 20 die Hautalterung sichtbar wird.

Mechanismus der Hautalterung durch UV-Strahlung

Das Sonnenlicht, das auf unsere Erde fällt, besteht aus verschiedenen Arten von UV-Strahlungen, die sich in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen bewegen. Diese Wellenlängen bestimmen, wie tief die Strahlung in unsere Haut eindringen kann, und wie stark dementsprechend ihr Einfluss auf die lichtbedingte Hautalterung ist.

Die UVA-Strahlung besitzt den längsten Wellenbereich, dringt also am tiefsten in die Haut ein. Sie beeinflusst die DNA in der Lederhaut und hat damit den ausgeprägtesten Effekt auf die Hautalterung. Sie regt direkt in der Lederhaut die Bildung spezieller Moleküle, den freien Radikalen an. Sie tragen ihren Namen aufgrund der ihnen innewohnenden starken Reaktionsfreudigkeit: Radikale besitzen eine freie Bindungsstelle, die sie dazu befähigt, andere Molekülverbindungen zu zerstören, um diese Lücke zu schließen. Andernfalls sind sie nicht stabil und das macht sie so aggressiv. Sind die eigenen Schutzmechanismen des Körpers nicht mehr in der Lage die Schäden auszugleichen oder Radikale abzufangen, wird das Körpergewebe dauerhaft geschädigt. Es bilden sich Falten und erschlaffte Haut.

UVB-Strahlung dringt dagegen nur bis in die Oberhaut (Epidermis) vor und UVC-Strahlung ist so kurzwellig, dass sie direkt an der Hautoberfläche reflektiert wird. UVA und UVB-Strahlung sind verantwortlich für die Entstehung von Hautkrebs oder Altersflecken (Pigmentablagerungen) durch Veränderungen in der Epidermis.

Das körpereigene Schutzsystem

Den Angriffen freier Radikale ist der menschliche Körper generell sehr gut gewachsen. Freie Radikale sind durch ein fehlendes Elektron gekennzeichnet. Durch bestimmte Substanzen können diese davon abgehalten werden Körperzellen anzugreifen. Möglich wird dies durch Antioxidantien im Körper. Sie besitzen ein Elektron zu viel, welches sie abgeben können, um das Radikal zu neutralisieren.

Antioxidantien kann der Körper zum Teil selbstständig produzieren, andere stecken als Vitamine vor allem in Obst und Gemüse, aber auch z.B. in unbehandelten Vollkornprodukten. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist für eine jugendliche Erscheinung der Haut dementsprechend essentiell. Jedoch sind wir in unserer heutigen Umwelt extrem vielen Stressoren ausgesetzt, sodass die körperliche Produktion und Aufnahme über die Nahrung oft nicht ausreicht, um ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien zu schaffen.

Radikal-produzierende Verhaltensweisen einschränken

Gegen die biologische Alterung bzw. die intrinsischen Faktoren kann der Mensch kaum etwas tun. Auf den Zeitpunkt und das Ausmaß aber lässt sich durch Reduzierung der schädlichen extrinsischen Faktoren sehr wohl Einfluss nehmen.

Wie wir gesehen haben ist, neben Stress, ungesunder Ernährung, zu wenig Schlaf und Alkohol- oder Drogenkonsum, die UV-Strahlung der stärkste Hautalterungsbeschleuniger. Solariumbesuche und die pralle Mittagssonne sollten alle Menschen, die sich lange an einer jugendlich strahlenden Haut erfreuen wollen, lieber meiden. Das heißt natürlich nicht, dass ab jetzt der Aufenthalt im Freien untersagt ist. Frische Luft und Sonne reduzieren erwiesenermaßen Stress und sind notwendig zur Aufnahme des stimmungsaufhellendem Vitamin D. Diese Effekte lassen sich jedoch auch im Schatten realisieren.
Am gesündesten ist der Aufenthalt in der Morgen- oder Abendsonne. Die Strahlung ist zu dieser Zeit weit weniger stark. Wer zusätzlich eine schützende Creme mit Lichtschutzfaktor verwendet, muss sich um negative Einflüsse auf die Haut keine Sorgen machen.

Neben der Sonne führen alle genannten extrinsischen Faktoren im Körper zu einem Ungleichgewicht zugunsten der freien Radikale, die einen massiv negativen Einfluss auf die Gesundheit ausüben. Jeder Stressor, der reduziert wird, unterstützt den Körper im Kampf gegen die Zeichen der Zeit.