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Welche Schönheitsoperationen übernimmt die Krankenkasse?

Unzufriedenheit mit der eigenen körperlichen Erscheinung kann zu starken Missempfindungen, psychischen Problemen und in einigen Fällen körperlichen Beschwerden führen. Das treibt viele Menschen dazu, sich für einen plastisch-ästhetischen Eingriff zu entscheiden. Die Bedenkzeiten, die sich Patienten von der ersten Überlegung bis zur endgültigen Entscheidung für die OP nehmen, können recht unterschiedlich ausfallen und hängen in hohem Maße von der Schwere des geplanten Eingriffs und der damit verbunden Veränderung zusammen. Ein Aspekt, der allerdings genauso wenig unterschätzt werden darf, ist die Kostenfrage – ob man sich den Eingriff leisten kann und wie die Chancen stehen, dass die Krankenkasse diese übernimmt.

SchönheitsOPs Krankenkasse Kosten

Die Selbstzahler-Option, die in vielen Fällen auch die Einzige ist, kann mit einer gewissen Zeit des Sparens einhergehen, welche nicht unbedingt jedem Patienten recht ist. In diesem Fall besteht die Möglichkeit der Finanzierung. Es lohnt sich im Vorfeld jedoch, zumindest bei bestehenden gesundheitlichen und seelischen Problemen, Informationen über die Umstände, in denen die Krankenkasse die Behandlungskosten übernimmt, einzuholen.

Übernahme nur bei medizinischer Indikation

Eingriffe der plastisch-ästhetischen Chirurgie werden nur bei medizinischer Notwendigkeit getragen. Eine medizinische Notwendigkeit bedingt, dass der Patient unter den gegebenen Umständen nicht in der Lage ist, seinem normalen Alltag nachzugehen. Das schließt also auch teilweise psychische Entwicklungen ein, die das Leben der Betroffenen stark einzuschränken vermögen. Medizinische Indikationen werden von einem Arzt festgestellt und von diesem entsprechend in Form eines Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse eingereicht. Am Anfang steht also das erste Informationsgespräch mit einem Arzt, der über die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung informiert und über den notwendigen Sachverstand verfügt, eine normale körperliche Erscheinung von einer krankhaften Ausbildung zu unterscheiden sowie entsprechende Schritte einzuleiten.

In der Regel reicht der Antrag des Arztes, der die medizinische Notwendigkeit festgestellt hat, nicht aus bzw. wird die zusätzliche Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse verlangt, dessen Diagnose anschließend die Bewertungsgrundlage für die Entscheidung auf Übernahme oder Ablehnung darstellt. Hierbei handelt es sich immer um eine Einzelfall-Entscheidung, die anhand der individuellen Richtlinien der Krankenkasse getroffen wird.

Bilden psychische Beschwerden die Grundlage des Antrags auf Kostenübernahme, wird die Krankenkasse ein psychologisches Gutachten verlangen, aus dem die Behandlungsnotwendigkeit eindeutig hervorgeht.

Welche Schönheitsoperationen werden nicht von den Krankenkassen getragen?

Die meisten plastisch-ästhetischen Eingriffe werden nicht von den Krankenkassen übernommen. In vielen Fällen ist der Sachverhalt, dass es sich bei der OP um eine rein kosmetische handelt eindeutig. Normale Alterungserscheinungen, die lediglich mit erschlaffter Haut und Falten, nicht aber mit gesundheitlichen Folgen behaftet sind, schließen eine Beteiligung der Krankenkassen von vornherein aus. Genauso sind Krankenkassen nicht verpflichtet, eine Brust-OP zu bezahlen, auch wenn die Patientin sehr unglücklich über das Erscheinungsbild ihrer Brüste ist. Dieser Grund wird nicht als ausreichend anerkannt werden. Eine Übernahme-Garantie gibt auch bei medizinisch notwendigen Indikationen meist nicht.

Wann zahlt die Krankenkasse normalerweise den Eingriff?

Wie schon eingangs erwähnt, zahlt die Krankenkasse medizinisch notwendige Eingriffe in der Regel. Für die Patienten ist es jedoch nicht immer leicht nachzuvollziehen, ob es sich bei ihrem individuellen Problem bereits um eine medizinische Indikation handelt oder nicht. Im Folgenden deshalb eine Aufzählung, die als ersten Hinweis auf Behandlungen gesehen werden können, bei denen unter gewissen Umständen eine gute Chance auf Erstattung des Preises besteht.

Fettabsaugungen und Hautstraffungen

Fettabsaugungen sind vor allem ästhetisch motiviert und tauchen deshalb selten im Leistungskatalog der Krankenkassen auf. Die Fettabsaugung aufgrund einer Fettverteilungsstörung, die auch als Lipödem bezeichnet wird, kann aber eindeutig als eine medizinisch notwendige OP betrachtet werden. Ebenso können Hautstraffungen übernommen werden, wenn sich unter den überhängenden Fettlappen, die sich nach starkem Gewichtsverlust oder Schwangerschaft bilden können, Entzündungen und Pilzinfektionen entwickelt haben oder andere Komplikationen, wie z.B. ein Nabelbruch, die Operation notwendig machen.

Brustoperationen

Im Bereich der Brust-OPs besteht ein weites Feld, indem mit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse gerechnet werden kann. Bei zu großen Brüsten, die nachweislich zu Beschwerden der Patientin, vor allem im Bereich der Schultern, Halswirbelsäule und zum Teil in den Armen führen, können die Kosten übernommen werden. Allerdings werden häufig zunächst konservative Therapien, wie Krankengymnastik zur Rückenstärkung, bewilligt.

Brustfehlbildungen, zu denen asymmetrische Brüste oder auch die tubuläre Brust zählen, führten in der Vergangenheit auch bei fehlenden körperlichen Beschwerden zu einer Erstattung der Kosten, weil das psychologische Gutachten deutliche Einschränkungen im Leben der Betroffenen bzw. in ihrer psychischen Verfassung feststellte.

Die Gynäkomastie, also die abnorme Vergrößerung der männlichen Brust, die durch eine Fettabsaugung behandelt werden kann, wird in der Regel von der Krankenkasse bezahlt, wenn nachweislich nicht Übergewicht, sondern Hormone die Ursache selbiger darstellt. Auch die Behandlung einer Pubertätsgynäkomastie wird in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, da diese sich mit der Zeit wieder zurückbildet.

Brustrekonstruktionen nach Krebserkrankungen stehen für sich. Die Krankenkasse wird in den meisten Fällen für den Wiederaufbau der Brust aufkommen.

Gesichtskorrekturen

Makel im Gesicht fallen besonders schnell ins Auge und können vom Patienten als extrem unangenehm und störend empfunden werden. Einige Korrekturen sind in diesem Bereich nicht den ausschließlich ästhetischen Behandlungen zuzuordnen, weshalb die Chancen der Kostenübernahme nicht schlecht stehen.

Abstehende Ohren etwa werden bis zur Erreichung des Grundschulalters auf Kosten der Krankenkasse korrigiert. Danach ist es optional. Das Stellen des Antrags kann sich aber bis zum 12. Lebensjahr dennoch lohnen.

Eine schiefe Nase, die dem Betroffenen optisch missfällt, stellt keinen Grund für die Übernahme der Kosten dar. Wenn eine schiefe Nasenscheidewand jedoch zu deutlichen Atemproblemen führt oder sich einer stärkeren Anfälligkeit gegenüber Infektionen der Nase ausdrückt, trägt die Kasse meist die Kosten.

Auch Lidkorrekturen können sich als medizinisch notwendig erweisen. Oftmals ist dies der Fall, wenn die Haut der Oberlider und die darunterliegenden Muskeln erschlafft und somit ein Haut-Gewebe-Überschuss die Sicht – vor allem nach oben und zur Seite – in erheblichem Maße einschränkt.

Korrektur von Hautveränderungen

Hauterscheinungen, wie Muttermale und Leberflecke, die nicht gefährlich, also nur ein kosmetisches Problem darstellen, fallen nicht in das Leistungsspektrum der finanzierten Behandlungen der Krankenkassen. Eine Entfernung, die aufgrund einer Entartung mit bösartigem Charakter essentiell für das Leben des Patienten ist, wird aber natürlich übernommen.

Nicht der Norm entsprechend abgeheilte Wunden können zu einer Narbenbildung führen, die nicht nur optische Probleme bereitet. Schmerzen und Beeinträchtigungen bei Bewegungen können eine hinreichende Bedingung für die medizinische Notwendigkeit der Korrektur sein.

Ob die eigene Schönheitsoperation nun übernommen wird oder nicht, kann also nicht vorausgesehen werden. Patienten, die mit dem Gedanken eines operativen Eingriffs spielen und vermuten, dass eine medizinische Indikation vorliegt, lassen sich am besten von einem Arzt beraten, der mit ihnen das weitere Vorgehen bespricht. Ästhetische Korrekturen, für die das Geld fehlt, können auch mit einer Finanzierung in Raten abgezahlt werden. Andere Optionen sollten allerdings aufgrund der zumeist hohen Zinsen immer vorgezogen werden.