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Hyaluronsäure, körpereigenes Wundermittel?

Hyaluronsäure-Injektionen mittels dünner Nadeln sind schon seit Jahren ein etabliertes Feld in der ästhetischen Schönheitschirurgie. Sie gelten als besonders schonend und verträglich und sollen trotzdem äußerst effektiv sein. Was genau ist also Hyaluronsäure und wofür wird sie eingesetzt?

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Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure kommt im gesamten Körper vor. In großen Mengen findet sie sich vor allem im Glaskörper des Auges, der Haut, Knorpel, Bandscheiben und zwischen den Gelenken. Im Säuglingsalter besteht der menschliche Körper noch zu einem Großteil aus Hyaluron, dem mangels fester Strukturen eine Stütz- und Schutzfunktion obliegt. Im Verlauf des Lebens erfolgt eine stetige biologische Degeneration der Hyaluronsäure, welche sich äußerlich in Form von Hautschlaffheit und Falten, innerlich durch gesundheitliche Beeinträchtigungen (z.B. Bandscheibenvorfälle) bemerkbar machen kann.

Die Grundform der Hyaluronsäure ist ein Disaccharid, das sich über spezielle Bindungen mit unzähligen weiteren Grundformen vereinen kann. Die daraus entstehende lange Polysaccharidkette aus mitunter 10.000 Grundeinheiten weist ein enormes Wasserbindevermögen und eine hohe Viskoelastizität auf. Diese Eigenschaften prädestinieren das Molekül für den Einsatz in der Kosmetik, aber auch in der Medizin.

In den Körper injizierte Hyaluronsäure birgt in ihrem Inneren abstoßende Kräfte aufgrund negativ geladener Teilchen. Das befähigt das Molekül zur Wasserspeicherung, weit über die eigene Masse hinaus. Da Wasser kaum komprimierbar ist, entsteht im behandelten Gewebe Spannung. Im kosmetisch-ästhetischen Sinne wirkt die Hyaluronsäure dadurch aufpolsternd. Sie dient als Füllmaterial zwischen vernetzten kollagenen und elastischen Fasern des Bindegewebes und hält die Gesichtshaut glatt und straff. Des Weiteren soll sie die Fibroblasten in tieferen Hautschichten aktivieren, die eine Neubildung von Kollagen anregen.

Woher kommt die Hyaluronsäure für kosmetische und medizinische Anwendungen?

Vielen Menschen ist die Hyaluronsäure-Anwendung suspekt, da sie noch immer den tierischen Ursprung im Hinterkopf haben. Früher wurde die Hyaluronsäure zur ästhetischen oder medizinischen Verwendung tatsächlich überwiegend aus Hahnenkämmen, teilweise auch aus Rinder- oder Fischaugen gewonnen. Diese Vorstellung ist für die meisten eher unappetitlich und war, aufgrund der nicht ausschließbaren Kontaminierung mit tierischen Krankheitserregern, auch nicht ganz ungefährlich für die menschliche Gesundheit. Genauso waren hyaluronhaltige Produkte damals nicht geeignet für Menschen, die allergisch auf tierisches Protein reagierten.

Trotz alledem erfuhr die Hyaluronsäure seit ihrer Entdeckung einen erheblichen Nachfrageanstieg, der die Erforschung nicht-tierischer Alternativen vorantrieb. Heutzutage überwiegt die biotechnische Herstellung des sogenannten “Non-Animal-Source-Hyaluronan” aus Streptokokken. Geeignete Bakterien-Stämme besitzen eine Polysaccharid-Hülle, aus der durch Fermentation im Labor reine Hyaluronsäure gebildet wird. Strukturell unterscheidet sie sich nicht von der tierischen Hyaluronsäure und ist zudem frei von Anhaftungen, die Reaktionen im menschlichen Körper auslösen könnten.

Hyaluronsäure in der Kosmetik

Hyaluronsäure als Inhaltsstoff in Anti-Aging-Cremes ist in der Lage sich kurzfristig in den oberen Hautschichten einzulagern. Durch die, bezogen auf das eigene Molekulargewicht, starke Wasserbindekapazität kann sie die Epidermis hervorragend feucht halten und trockener Haut entgegenwirken, welche häufig der Grund für erste Fältchen ist. Die oberflächliche Einbringung von Hyaluronsäure kann vorübergehend auch die Elastizität erhöhen und damit die Widerstandsfähigkeit der Haut verbessern. Kosmetikpräparate sind jedoch derart konzipiert, dass sie nicht in tiefere Hautschichten gelangen, weshalb ein sofortiger leichter Faltenglättungseffekt, nicht jedoch eine dauerhafte Faltenminderung, geschweige denn die Neubildung kollagener Fasern erreicht werden kann.

Hyaluronsäure-Kapseln zur oralen Aufnahme sollen die körperliche Degeneration der Hyaluronsäure ausgleichen und das Molekül zielgenau dort ersetzen, wo es fehlt, im Inneren des Körpers. Beworben werden sie als Nahrungsergänzungsmittel zum Schutz der Gelenke oder zur Hautverjüngung. Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit dieser Präparate nicht nachgewiesen, aber auch nicht widerlegt. Gesichert scheint, dass die Hyaluronsäure unversehrt den Magen passiert und anschließend im Darmtrakt nicht durch Enzyme abgebaut wird, da kein solches Enzym im Darm existiert.

Anwendungen der Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin

Hyaluronsäure eröffnet vielfältige Einsatzgebiete in der ästhetischen Medizin. Die Möglichkeit ohne operativen Eingriff und dementsprechend ohne Vollnarkose, Narbenbildung und Ausfallzeiten verschiedenste Körperstellen zu modellieren oder Falten zu minimieren erklärt die große Beliebtheit der Hyaluronsäure.

Um ihr Potential jedoch vollständig ausschöpfen zu können, erfolgt vor der Injektion in den Körper eine strukturelle Aufbereitung des Moleküls. Reine, naturbelassene Hyaluronsäure bildet in Verbindung mit Wasser eine gelartige Konsistenz mit guten Fließeigenschaften. Für Faltenunterspritzungen ist diese unvernetzte Hyaluronsäure ideal, wird jedoch relativ schnell wieder abgebaut. Quervernetzungen, z.B. mit Sulfongruppen führen zu einer gesteigerten Resistenz gegenüber körpereigenen Abbaumechanismen und damit zu einer gesteigerten Haltbarkeit.

Neue Technologien ermöglichen die Herstellung von Präparaten, die Mischungen unvernetzter und quervernetzter Hyaluronsäure enthalten, wobei abhängig vom jeweiligen Anteil der verwendeten Partikel unterschiedliche Konsistenzen und Haltbarkeiten realisiert werden können.

Für Körpermodellierungen werden Wasserlöslichkeit und Fließeigenschaften der Säure herabgesetzt. Neben einer gesteigerten Haltbarkeit kann dadurch ein festerer, zur großflächigen Aufpolsterung von Körperteilen geeigneter Füllstoff hergestellt werden. Durch Modifikationen wird außerdem erreicht, dass die Hyaluronsäure noch mehr Wasser binden kann, sodass z.B. Unterspritzungen deutlich effektiver durchgeführt werden können.

Hyaluronsäure zur Faltenunterspritzung

Im Laufe des Lebens werden Hyaluronsäuremoleküle in der Haut abgebaut und die körpereigene Produktion verringert sich. Die Haut ist immer schlechter in der Lage, Feuchtigkeit zu binden. Zusammen mit einem allgemeinen Elastizitätsverlust der kollagenen und elastischen Fasern erscheint sie zunehmend schlaffer und Fältchen beginnen sich einzuprägen.

Bei der Faltenunterspritzung wird Hyaluronsäure direkt in tiefe Hautschichten injiziert und durch den behandelnden Arzt, zur besseren Verteilung und Vermeidung von Hämatomen, einmassiert. Dadurch kommt es zu einer Volumenzunahme, die die Hautfalte anhebt und aufpolstert.

Falten können auf diese Weise deutlich abgemildert werden oder verschwinden gar vollständig. Geeignet ist die Faltenunterspritzung für die Nasolabialfalte, Falten im und um den Mundbereich, Wangenfalten, Stirnfalten sowie Falten des äußeren Augenbereichs.

Hyaluronsäure zur Gesichtsstraffung

Nicht nur einzelne störende Fältchen lassen sich mittels Injektion von Hyaluronsäure beseitigen. Auch eine komplette Straffung des Gesichts ist möglich.

Neben der Glättung von Falten lassen sich auch eingefallene Bereiche flächig aufpolstern und auf diese Weise die jugendlichen Proportionen zurückgeben. Diese Methode zeigt auch an den Händen gute Resultate. Es genügen bereits wenige Injektionen, um einen großflächigen Effekt zu erzielen. Ergebnisse sind sofort sichtbar und professionell angewandt deutlich natürlicher als ein Facelifting, da keine Hautschnitte erfolgen bzw. die Haut nicht glattgezogen werden muss.

Hyaluronsäure zur Lippenaufspritzung

Immer häufiger kommt Hyaluronsäure zur Behandlung der Lippen zum Einsatz. Sie kann sowohl zur Vergrößerung als auch zur Formkorrektur genutzt werden. Genetisch bedingte asymmetrische oder schmale Lippen, die einen verbitterten Gesamteindruck des Gesichts hervorrufen können, sind mit Hyaluronsäure auf eine schonende und effektive Weise veränderbar.

Der eigentliche Eingriff ist unkompliziert und schnell durchgeführt. Jedoch muss die Platzierung des Hyaluronsäuregels äußerst präzise erfolgen und in der exakten Menge in die Haut eingebracht werden, um ein unregelmäßiges Ergebnis zu verhindern. Eine leichte Schwellung und kleinere Unebenheiten direkt nach der Behandlung sind normal, sollten allerdings nach einigen Tagen verschwinden.

Grundsätzlich gilt es, die natürlichen Größenverhältnisse zwischen Ober- und Unterlippe beizubehalten und anfangs nur eine geringe Menge Gel einzubringen, um ein möglichst natürliches Ergebnis zu erzielen. Wenn die Schwellung nach einigen Tagen abgeklungen ist, kann das Endergebnis beurteilt und bei Bedarf eine Nachkorrektur vorgenommen werden.

Hyaluronsäure zur Modellierung von Gesichtskonturen

Korrekturen der Gesichtskontur, wie bspw. am Kinn, dem Jochbein oder der Nase, bedingen nicht zwangsläufig einen operativen Eingriff. Ein fliehendes Kinn oder eine Sattelnase können durch Hyaluronsäure aufgebaut werden. Ein Nasenhöcker lässt sich in einigen Fällen durch die Einspritzung von Hyaluron oberhalb des Höckers kaschieren.

Ebenso können kleine Asymmetrien ausgeglichen werden. Es handelt sich bei allen Verfahren um Aufbaubehandlungen, d.h. es findet kein Abtragen von Material statt, sodass Verkleinerungen nicht möglich sind.

Hyaluronsäure zur Modellierung von Körperteilen

Die aufpolsternde Eigenschaft der Hyaluronsäure kann in unterschiedlichen Körperteilen zur Verbesserung der Form genutzt werden. Es ist möglich, neue Konturen beispielsweise an den Waden zu modellieren oder das Gesäß aufzupolstern.

Selbst die Brüste lassen sich eingeschränkt vergrößern oder ausgleichen, wobei die Hyaluronsäure zwischen Brustdrüsen und Brustmuskel gespritzt wird (das Verfahren ist umstritten und die Verwendung des Präparats „Macrolane“ für Brustvergrößerungen wird seit 2012 nicht mehr praktiziert).

Allerdings müsste der Eingriff, wie bei allen Hyaluronsäure-Behandlungen, in regelmäßigen Abständen wiederholt werden und eignet sich nur für eine moderate Vergrößerung. Hyaluronsäure kann auch Körperdeformationen und selbst relativ große Unebenheiten ausgleichen.

Nebenwirkungen der Hyaluronsäure-Behandlung

Früher verwendete Hyaluronsäure-Filler führten zu einer Verkapselung der eingebrachten Hyaluronsäure im Gewebe. Außerdem reagierten viele Patienten allergisch auf Rückstände tierischen Proteins im Hyaluron. Mitunter traten erhebliche Komplikationen, wie etwa schmerzhafte Knotenbildung und heftige Unverträglichkeitsreaktionen, an den behandelten Stellen auf.

Heutzutage verwendete, fermentativ hergestellte Hyaluronsäure ist deutlich besser verträglich und führt nur noch in seltenen Fällen zu Unverträglichkeiten. Studien fanden im Zusammenhang mit injizierter Hyaluronsäure ein vereinzeltes Auftreten von Rötungen und Entzündungsreaktionen.

Vor allem im Falle von mangelnder Hygiene während der Injektion besteht die Gefahr von Infektionen. Deshalb sollte, wie bei jedem medizinischen Eingriff, besonderes Augenmerk auf die Wahl des Arztes gelegt werden und steriles Arbeiten selbstverständlich sein.

Wie oft müssen Hyaluron-Behandlungen durchgeführt werden?

Da es sich bei der Hyaluronsäure-Behandlung um ein sehr schonendes und natürliches Verfahren handelt, kann der körpereigene Abbau nicht verhindert werden. Grundsätzlich kann mit einer Haltbarkeit von einem halben bis einem Jahr (bei Körpermodellierungen auch mehr) gerechnet werden. Danach muss die Behandlung wiederholt werden.

Wie schnell der Abbau voranschreitet, ist abhängig von der chemischen Bindung der verwendeten Hyaluronsäure. Seit ihrer Einführung in die ästhetische Medizin wurden die Zusammensetzungen stetig optimiert, um sowohl die Verträglichkeit als auch die Haltbarkeit zu verbessern.

Letztendlich ist bei der Wahl eines geeigneten Präparates auf die fachliche Meinung des Arztes zu vertrauen. Er kann aufgrund seiner Erfahrung am besten beurteilen, welche Hyaluronsäure sowohl ein ansprechendes Ergebnis als auch eine lange Haltbarkeit garantiert.