eHealth MediDate GmbH

Falscher BH kann die Gesundheit beeinträchtigen

Für viele Frauen gehört der BH zur täglichen Garderobe. Verschiedene Modelle, Größen und Formen erlauben es, ihn unter beinahe jedem Kleidungsstück zu tragen. Er formt die Brust, stützt sie und gibt ihr Halt – zumindest sollte er das. Ein schlecht sitzender BH kann laut den Untersuchungen eines französischen Arztes nicht nur das Gewebe schädigen, sondern zudem erwiesenermaßen gesundheitliche Beschwerden hervorrufen.

Wie muss der perfekte BH sitzen? Falsche BH-Größe kann Folgen haben!


Wie muss ein BH sitzen?

Der Sitz eines BHs ist entscheidend für seine stützende Funktion. Die eigene BH-Größe zu kennen, ist daher beim Kauf eines BHs sehr wichtig. Jede Frau sollte regelmäßig ihre BH-Größe ausmessen (lassen), um stets ihre aktuelle Größe zu kennen. Größentabellen und die Beratung in Dessousfachgeschäften können dabei helfen, die genaue Größe zu ermitteln.

Aufgrund der Vielzahl an Modellen und individueller Unterschiede in Form und Beschaffenheit von Brüsten und Brustkorb, muss nicht jeder BH der gemessenen Größe perfekt sitzen. Vor dem Kauf sollte jeder BH anprobiert und auf den optimalen Sitz geprüft werden. Der BH sollte nicht zu eng und nicht zu weit sein, die Körbchen sollten die Brust vollständig umschließen.

Sowohl die Bügel, als auch der Steg, das Verbindungsstück zwischen den Cups, sollten am Brustkorb anliegen und nicht abstehen. Liegen sie nicht auf der Haut auf oder sitzen auf dem Brustansatz, ist der BH zu klein. Die Träger des BHs sollten bequem auf den Schultern aufliegen, jedoch keinesfalls einschneiden.

Auch ein leichtes Abrutschen der Träger zu den Seiten sollte vermieden werden. Das Rückenteil sollte auf einer Linie mit der Vorderseite liegen, ein Höhenunterschied weist auf eine falsche Einstellung der Träger hin.

Welche Folgen kann ein schlecht sitzender BH haben?

Sind die oben genannten Kriterien zum optimalen Sitz eines BHs nicht erfüllt, kann es dauerhaft zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. Vor allem falsch eingestellte Träger oder eine unangenehme Passform ebenjener können Beschwerden verursachen. Betroffen sind dabei vor allem Frauen mit großen Brüsten. Mögliche Folgen eines schlecht sitzenden BHs sind:

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Verspannungen im Bereich der Schultern, der Arme, des Nackens und des Rückens
  • Deformitäten des Bindegewebes (Druckstellen, Furchen etc.)

Vor allem Verspannungen und Deformitäten des Bindegewebes können durch falsche BH-Träger ausgelöst werden.

Schmale Träger sind insbesondere bei großen Brüsten nicht von Vorteil. Sie schneiden in die Schultern ein, verursachen Druckstellen und tiefe Furchen und wirken stark auf das Bindegewebe ein. Zudem üben sie großen Druck auf Muskeln und Nerven im Nacken- und Schulterbereich aus. Dies kann auf Dauer zu Verspannungen der betroffenen Bereiche, jedoch auch zu Kopfschmerzen führen.

Gibt der BH dem Busen nicht genug Halt, da die Körbchen zu klein und das Unterbrustband sehr schmal ist, kann es bei großen Brüsten zu einer Fehlbelastung der Muskulatur kommen. Diese resultiert in Rücken- und Kopfschmerzen. Auch eine unbeabsichtigt nach vorne gebeugte Haltung, die durch einen unzureichenden Halt der Brüste durch den BH ausgelöst wird, kann zu Rückenschmerzen führen.

Welche Fortschritte in der Forschung gibt es?

Um den Folgen von schlecht sitzenden BH-Trägern entgegenzuwirken, beschäftigt sich die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) nun mit der optimalen Passform von BH-Trägern.

Das mit öffentlichen Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geförderte Forschungsprojekt soll untersuchen, wie BH-Träger verbessert werden können, um den auf ihnen lastenden Druck gleichmäßig auf die Schulterpartie zu verteilen.

Neben der Druckverteilung spielt auch das subjektive Empfinden, das die BH-Träger auf der Haut auslösen, eine Rolle. Hierzu soll erstmals ein Messtorso zum Einsatz kommen, der mit hochauflösenden Druckfolien bedeckt ist.

Durch dieses neuartige Messverfahren fallen aufwändige Trageversuche mit Probandinnen weg. So soll effektiv untersucht werden, inwieweit die BH-Konstruktion, das Volumen der Brust und der entstehende Druck im Schulterbereich zusammenspielen.

Nach erfolgreichem Abschluss des Forschungsprojektes sind die Wissenschaftler in der Lage, BH-Träger zu konstruieren, die den Druck durch das Gewicht der Brust optimal über die volle Trägerbreite verteilen können. Im Optimalfall können so verschiedene gesundheitliche Beschwerden in Zukunft vermieden werden.

Oder besser ganz ohne BH?

Experten raten dazu, den BH über Nacht auszuziehen, damit sich Muskulatur und Gewebe regenerieren können.

Ein französischer Arzt geht nun so weit zu sagen, dass ein BH keinen Nutzen bringe und zudem das Gewebe ausleiern könne. Nach Untersuchungen an 320 Frauen ist der Sportmediziner Jean-Denis Rouillon von der Universität der Franche-Comté in Besançon zu der Erkenntnis gekommen, dass ein BH möglicherweise sogar kontraproduktiv sein kann.

Dabei bezieht er sich auf junge Frauen, die mit beginnendem Wachstum der Brust sofort einen BH tragen. Diese direkte Stützung der Brust führt auf Dauer zu einem Ausleiern des Gewebes, da die Brust sich nicht mehr von alleine halten kann. Die Frau werde so laut Rouillon vom BH abhängig.

Rouillon sieht seine eigenen Untersuchungsergebnisse jedoch mit Vorbehalt. Sie können nicht auf jede Frau übertragen werden, da individuelle Unterschiede in der Beschaffenheit der Brust eine große Rolle spielen. Die innere Struktur der Brust müsse individuell untersucht werden, bevor eine Aussage getroffen werden könne.